Mit Stopp-Schild für 150 Euro Bahnübergängen sicherer machen! +++ Petition für sicherere Bahnübergänge +++ ZDF-Mittagsmagazin, 3. Sept. 2015

Das ZDF Mittagsmagazin von Donnerstag, 3. September ca. 13h35m, brachte das Interview mit MARCIA PLICHTA, deren 5-jähriger Sohn an einem schlecht ausgestalteten Bahnübergang vor einem viertel Jahr zu Tode kam.

Frau PLICHTA hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch ihre Petition:

https://www.change.org/p/db-info-bmvi-gemeindebund-nach-dem-tod-meines-sohnes-sichern-sie-alle-deutschen-bahn%C3%BCberg%C3%A4nge

die Menschen zu bitten, sie dabei zu unterstützen, dass die Deutsche Bundesbahn mehr dafür tut, die noch rund 40% technisch nicht hinreichend gesicherten Bahnübergänge in der BRD zu sichern.

Was erstaunlich ist, das ist ihre Ausführung gewesen, dass man bereits Anfang der 1990 bis 2000 Jahre mit Stopp-Schildern erreichen konnte, dass die Unfallzahlen an unbeschrankten Bahnübergängen deutlich sank.

In diesem Zusammenhang bereichtete sie, dass die Sicherung eines Bahnübergangs mit einem Stoppschild, das ein klares Haltesignal zeigt, lediglich um die EUR 150,00 pro Übergang kostet.

Wir finden, dass es eigentlich keinen Grund geben darf, die nicht technisch gesicherten Bahnübergänge nicht zu sichern.

Deswegen unterstützen wir die Petition von MARCIA PLICHTA.

Eigentlich dürfte bei diesem niedrigen Preis für eine deutlich erhöhte Sicherung keine Unternehmensleitung inaktiv bleiben, sondern müßte Anweisung geben, unverzüglich zumindest die Maßnahme der Installation von Stoppschildern zu veranlassen.

Ohne Wenn und Aber.

Es wäre nett, wenn Sie – nachdem Sie sich selbst überzeugt haben – dann auch für die Petition einstünden um der Deutschen Bahn das Stopp-Schild gegen vermeidbare Unfallrisiken zu zeigen!

 

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Nachtrag: Bus-Unfall – glimpfliche Situation des Fahrers | Wie hätte Erste Hilfe in der Situation ausgesehen?

Man kann von sehr großem Glück reden, daß der Fahrer des Pkw ansprechbar und handlungsfähig gewesen ist. So war er im Stande gewesen zügig auf einzeln klar formulierte Bitten reagieren zu können.

1.) Bitte, den Motor zunächst auszuschalten.

[Anm.: Dies zwecks Sicherung im Falle einer Beschädigung der Elektrik oder des Kraftstoffsystems; war hier nicht gegeben]

2.) Bitte, den Stuhl zu entriegeln und zurückzusetzen, um sich aus dem Sitzraum selbständig und mit Anleitung auf die Beifahrerseite zu begeben.

[Anm.: wäre der Fahrer bewußtlos gewesen und hätte physische Verletzungen getragen, so hätte das geheißen, bei der Erstversorgung in die sehr enge Fahrgastzelle dieses Autos kriechen zu müssen, um den Stuhl zurückzuführen, dem Fahrer situationsentsprechend erste Hilfe zu Teil werden zu lassen.

Konsequenz für die Verkehrsplanung und das am Donnerstag stattfindende Gespräch der Stadt Aachen mit den zuständigen Stellen/Organisationen gem. Berichterstattung in der Aachener Zeitung vom 7. Januar 2015:

1.) Feststellung, welche maximale Geschwindigkeit ein Bus in dem Bereich zwischen Scheibenstraße und Rudolfstraße überhaupt erreichen kann.

Hieraus ergibt sich die Betrachtung der kinetischen Energie bei einer Kollision. Hier ist von dem größten Bus mit maximaler Fahrgastbelegung auszugehen, um die Kollisionsenergie annehmen zu können.

Das bedeutet also: welche Geschwindigkeit kann der Bus bei ungehinderter Beschleunigung ab der Haltestelle Adalbertsteinweg/Scheibenstraße erreichen, wenn es im Bereich der Einfahrt (stadteinwärts…) zum Parkhaus kommt?

Ein „Rahmen“ für eine physikalische Abschätzung der kinetischen Energie, die innerhalb kürzester Zeit bei einer Kollision umgewandelt wird. Bremsen, Deformation und Verschiebung:

Geschwindigkeitsannahme: v = 50 km/h –> 13,9 m/s

Masseannahme des voll besetzten Busses: m = 25.000 kg

Mit diesen Daten und einem Phsyikbuch aus der Schule, ist es bereits möglich, eine erste „Peilung“ vorzunehmen.

Die Geschwindigkeit geht bei der Gleichung des Geschwindigkeitsterms quadratisch ein und die Masse linear.

Somit kann man zur ersten Abschätzung hoch und runter skalieren…

2.) Feststellung / Abschätzung der Folgen einer Kollision bei maximal anzunehmender, aber realisischer Abschätzung im Bereich Einfahrt Parkhaus Adalbertsteinweg,

Aus Modellrechnungen und Studien im Bereich der Unfallforschung, lassen sich Beispiele / Annahmen zuziehen, die die Folgen einer maximal üblen Kollision zu skizzieren vermögen.

3.) Situation in dem Bereich zwischen Scheibenstraße und Rudolfstraße auf dem Adalbertsteinweg:

Nicht selten vollziehen Fahrzeugführende bei Fahrt in Richtung Stadt plötzlich einen „U-Turn“. Dies aber nicht nur bei der Bergabfahrt, sondern auch Bergauffahrt. Hier ist zu beachten, in welchem Zeitfenster sich diese Manöver abspielen.

Auch ist sehr oft zu beobachten, dass Fahrzeuge bei der Bergauffahrt verbotswidrig einen U-Turn vollziehen, obgleich dies mit entsprechendem Verkehrszeichen eindeutig verboten ist.

Da also eine  Art von „verhaltensbezogenem“ Risikoverhalten nicht auszuschließen ist, muß bei einer Unfallszenario-Analyse auch im Sinne des Rettungskonzeptes von einem schlimmstanzunehmenden Unfall auszugehen sein. Auch wenn die Eintretenswahrscheinlichkeit klein ist, so ist sie dennoch nicht = 0. Damit zu betrachten.

Zudem möge bedacht werden, daß, wenn das „Verhalten“ mitspielt, Maßnahmen sinnvoll und zielführend sind, die die Möglichkeit, ein Fehlverhalten auszuführen, strukturell unterbunden werden sollen.

So wären beispielsweis „Plastik-Pömpel“ wie an der Jülicher Strasse in Höhe Robensstraße / Ottostraße Instrumente, die dazu im Stande sind, das „Verhalten“ von Verkehrsteilnehmern positiv zu beeinflußen.

Denn: wer gegen einen „Verkehrspömpel“ kracht, wird eher gesehen, als wenn kein Verkehrspömpel installiert wird,

Man darf gespannt sein, welche Maßnahmen aus der morgigen Besprechung, die die Stadt Aachen veranlaßt hat, resultieren werden.

Hoffentlich „hinreichen qualifizierte“, sprich strukturelle Maßnahmen, die auch physikalisch eine Verhaltensänderung erzwingen.

Denn es wäre der blanke Horror, wenn ein voller 25-Meter-Bus, mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern besetzt „in die Eisen steigen“ muß, weil jemand verbotswidrig unvorhergesehenermaßen in das Parkhaus „reinzieht“ und die Bus-Chauffeure nur noch in bruchteilen von Sekunden zu reagieren vermögen.

Der Seitenaufprall des aktuellen Falls zeigt die mechanischen Wirkungen eines verhältnismäßig leichten Crashs.

Was aber, wenn der Bus mit 10 m/s und alleine schon 10.000 kg innerhalb einer halben Sekunde die kinetische Energie verlieren muss?

Wie dann der „Falschfahrer“ aussieht, braucht man sich nicht ausmalen – man kann es erahnen. Was mit den Passagieren passiert, läßt sich erahnen, wenn man bereits die Folgen des aktuellen Crashs für die Passagiere sieht, der verhältnismäßig glimpflich abgelaufen ist.

Hat die Stadt Aachen überhaupt so viele Rettungsfahrzeuge, um einem solchen, nicht auszuschließenden Crash halbwegs Herr zu werden?

Das Petitum der Initiative Kaiserplatz e.V. lautet deshalb:

Die Stadt Aachen wird hiermit gebeten, zu der Sitzung qualifizierte und gerichtlich anerkannte Unfallgutachter hinzuzuiehen, die eine professionelle Qualifikation der Unfallfolgen ableiten und dokumentieren können.

Aus dieser gutachterlichen Bewertung heraus, seien dann die Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen.

 

 

 

 

Ei, Ei, Ei – der Vennbahnweg die „Aachens via dolorosa“, MMXIV

Unser erster Bericht vom 17. Januar 2014:

https://kaiserplatzaachen.wordpress.com/2014/01/17/schritt-tempo-ei-ei-ei-himmelsleiter-arg-schmerzhaftes-fur-radfahrer-und-jogger/

Zu den bereits diskret umschriebenen „Bein-nahen“ Läsionen, die sich Menschen auf dem Vennbahnweg – gerne auch „Aachens via dolorosa“ genannt – zugezogen haben und vermutlich auch weiter werden, sollte keine unverzügliche Abhilfe geschaffen werden, kommen weitere Verletzungen hinzu:

1.) Ein Sportler berichtet, dass sich ein Freund sich beim Joggen während eines Moments der Unachtsamkeit sein Becken gebrochen hat.

2.) Ein Sportsfreund hatte sich bei einem Ausweichmanöver auf dem Rad eine Schulterverletzung mit einem Anriss zugezogen.

3.) Eine Notbremsung war bei einen Radfahrer erfolgreich, als eine grössere Personengruppe im Pollerbereich sich auflöste und er ausweichen musste.

4.) In Belgien scheinen die Poller noch hinterhältiger gestaltet zu sein: aus dunkel braunem Holz mit etwas weiser Farbe.

5.) Viele Fußgänger fühlen sich durch sehr schnell fahrende Fahrradfahrer bedroht. Ebenso durch Inline-Skater.

6.) Ein Streckenteil endet mit einem Vorfahrtswechsel, der bisweilen nicht richtig eingeschätzt wird.

7.) In der Nähe Belgiens, wo es zu größeren Erdbewegungen gekommen ist, fährt nun Baugerät über den Asphalt. Das wirft die Fragen auf, ob der Fahrradweg auf die Tragklasse des Baugerätes hin ausgelegt ist, oder nicht? Wenn nein, dann stellt sich die Frage wer die vermutlich notwendig werdenden Restaurationen bezahlen wird? Vermutung: die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

Muss erst etwas richtig Fatales passieren, bis endlich geregeltes Hin und Her auf der via dolorosa funktioniert? Dann dürfte wieder gejammert werden, dass „unbedingt Anpassungen vorgenommen werden müssen“.

Vielleicht hilft der Blick in die Niederlande, wo verschiedene Sportradfahrer bessere Lösungen vorfinden. Vielleicht lohnt es sich, die Verantwortlichen für das Design während der Dienstzeit zu einer Dienstfahrt auf dem Rade zu verpflichten um im Selbstversuch die Grenzen kennen zu lernen…

Die Frage ist, was die Unfallkasse Nordrhein Westfalen in Düsseldorf dazu sagt. Denn sie muss sich mit den Folgen rumschlagen…