Und wieder ein Sargnagel für den Wirtschaftsstandort Aachen | Hermann TÜCKS nimmt Stellung

Die Position von Hermann TÜCKS – siehe unten – legt den Finger in eine Wunde, die bereits infiziert ist: den wirtschaftsschwachen Standort Aachen.

Stadt mit dem kenntnisbefreiten Instrument der Abgabenerhöhung in der Luft rumzufuchteln, ist es höchste Eisenbahn, endlich strukturell seine Standorthausaufgaben zu machen, um endlich aus der Spirale des Niedergangs herauszufinden.

Eine Stadt wie Aachen, die Hort zweier hervorragenden Hochschulen – RWTH und FH – ist, sollte eigentlich im Stande sein, über mehrere Dekaden hinweg aus der Misere der strukturellen Arbeitslosigkeit herausgekraxelt zu sein. Ist sie aber nicht. Wenn eine Kommune in Zeiten wie diesen, sogar eine „9“ vor dem Komma hat, wenn es um die Arbeitslosenquote geht, dann sollte man endlich seine Wirtschaftshausaufgaben sachorientiert und logisch erfürllen. Das heißt, in Aachen eine Struktur zu schaffen, die für die Pflege und die Ansiedlung von Unternehmen wirklich attraktiv ist.

Erinnert sei, dass es im Süden der Republik, in Baden-Württemberg und Bayern, auch in Hessen oder Hamburg brummt. Nur hier in Aachen summt es noch nichteinmal.

Der beste politische Sargnagel der Unternehmensabschreckung ist die Erhöhung von Steuern. Übrigens, dass man sich steuerbilanziell auf dieses nicht hinreichend zuverlässig verlassen kann, ist evident, bedenkt man, dass die Einstellung in den Haushalt und verbunden mit der Steuerrückforderung eines Konzerns in Aachen die Kämmerei noch mehr in das Fahrwasser des Nothaushalts geführt hat. Sprich, bereits verplante Millionen gehen wieder zurück an den Steuerschuldner.

Wenn nun die hilf- und heillose Idee der Linken aufgetischt wird, an der Steuerschraube zu sehen, so ist das implizit ein Beleg dafür, dass die Mechanismen wirtschaftlichen Handelns in Zeiten des globalen Wettbewerbs wohl noch immer nicht so ganz verinnerlilcht worden sind.

Es gehört in die höchste Verantwortung einer Stadt – sowohl politisch wie auch wirtschaftlich – Sorge zu tragen, dass für die Vielfalt der Bürgerschaft ein Wirtschafts- und damit Unternehmensklima geschaffen und gepflegt wird, welche es ermöglicht möglichst für ALLE Menschen der Stadt Unternehmen vorweisen zu können, die entsprechende Arbeitskräfte benötigen.

Das bedeutet im Klartext auch, dass es Menschen gibt, die eben NICHT Akademiker oder Menschen mit hochqualifizierten Berufen gibt, sondern eben auch Menschen, die an dem untersten Ende der Leiter der Berufswelt stehen. Menschen, die gleichermaßen ein Recht darauf haben, dass die Bedingungen in einer Stadt auch ihre persönliche Situation und Position so berücksichtigen, dass man möglichst im Stande ist, staatsfrei sein Ein- und Auskommen samt Altersvorsorge abdecken zu können.

Allerdings, in einer Stadt mit einer derart hohen strukturellen Arbeitslosikeit und den korrelierten Sozialindikatoren, sollten sich die Menschen keine Hoffnung machen, dass sich strukturell was ändert, weil man sonst wieder einmal enttäuscht werden würde.

Aachen ist eine Stadt, die für die Menschen die auf – keinesfalls bewertend! – „untersten“ Jobs  arbeiten müssen, kaum sinnvolle Perspektiven aufzeigt. Wenn erst einmal Alibaba aus China, wie verlautbart, damit anfängt, den globalen Markt mit chinesischen Produkten zu versorgen, dann wird deutlich, dass der Druck im Low-Tech-Sektor steigt, die Chancen sinken…

Und, es kann wohl auch nicht Sinn und Zweck sein, was man früher ABM – Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen – einen Markt für „betreutes Arbeiten“ als Kompensat für Arbeitslosikeit zu sehen und zu verstehen, weil dies nämlich zusätzlich Geld kostet, das in letzter Konsequenz erarbeitet werden muss…

Sehr gerne veröffentlichen wir deshab die Position von Hermann TÜCKS aus Aachen:

Ankündigungspolitik“

Bravo Herr Deumens! Sie sind ganz offensichtlich der einzige Politiker in unserer schönen Kaiserstadt, dem aufgefallen ist, dass man sich auch ab und zu um die Einnahmen im Haushalt kümmern muss, wenn man auf der anderen Seite keine Gelegenheit auslässt, es mit vollen Händen zum Fenster wieder raus zu werfen.
Nur mit dem Verständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge scheint es noch nicht so recht zu klappen.
Versuchen Sie doch einfach im Rahmen einer Ratsanfrage mal heraus zu bekommen, wie viel weniger an Einnahmen die letzte Gewerbesteuererhöhung den der Stadt Aachen real eingebracht hat. Es gab doch Prognosen hierzu, sonst hätten Sie und ihre Fraktion doch bestimmt nicht zugestimmt. Alleine Ihre eigene „Ankündigungspolitik“ über eine weitere Gewerbesteuererhöhung nachzudenken bzw. sie zu fordern sorgt bei allen Gewerbetreibenden schon jetzt für helle Aufregung und provoziert weitere Maßnahmen zur Steuerflucht und Unternehmensverlagerung.

Aachen, 07. Dezember 2015
Hermann Tücks

Bezug:
Aachener Nachrichten
Ausgabe Montag, 07. Dezember 2015 – Nummer 285 – Seite 27 A1
LOKALES
Linke kritisiert reine „Ankündigungspolitik“
Harte Kritik an schwarz-roter Haushaltsplanung. Fraktionschef Deumens bringt weitere Anhebung der Gewerbesteuer ins Gespräch.
(gei)

 

 

 

Werbeanzeigen