Aachen: Puff oder Kita am Markt?

„Das Sträßchen“ ist in Aachen die Antoniusstraße. Sprich: der Traditionspuff Aachens, der bereits in Stadtkarten der Mitte des 17. Jahrhunderts als „Hurengasse“ dokumentiert ist.

Also ist alles Aufgerege und alles Getue Heuchelei, wenn der Aachener Puff bald sein 350 Jähriges in Aachen feiern können wird.

In den 70ern gehörte es unter männlich werdenden Jugendlichen zur Mutprobe, im späten Nachmittag langsam und cool durch die Antonisstraße zu schlendern. Aber meistens wurde man von den Damen der Nacht freundlich bestimmt und wohlmeinend mit strengen Worten ermahnt, dass man dort nichts zu suchen habe, weil man noch Jugendlicher sei. Ein moralisches Verantwortungsbewusstsein, das heute längst „old school“ und „uncool“ ist…

Auch die Zuhälter hatten dem ein oder anderen schonmal gesagt, er könne nicht jetzt, aber in ein paar Jahren doch gerne nochmal vorbeischauen: „Jung, hau ab, isch will disch nischt mehr hieäre seäehn! Häeaste misch verschtanden? Lohss, maahch die Mücke!“.

Modernes Laufhaus?   HAHAHA!

Nun aber gibt es irrwitzige Pläne eines „modernen Laufhauses“, an das man dort denkt.

Wahrscheinlich hat die Person, die diesen Begriff in den politischen Kosmos´ heißer Luft aufsteigen gelassen hat eine gewisse sprachliche Verklemmung zu sagen, dass man den Aachener Puff renovieren will, damit der anständiger, hochwerteiger aussieht.

Sicherlich kann man bei einem „modernen Laufhaus“ – typisch irrer Politikersprech – allerdings davon ausgehen, dass dann die Aachener Puff-Gebäude von Energieberatern untersucht und zertifiziert werden müssen. Interessant wäre es, einen Antrag zu lesen zu bekommen, der der KfW zur Förderung „Öffentlicher Mittel“ vorzulegen ist. Man male sich aus, wie die sprachlichen Verrenkungen klingen dürften, zu umschreiben, was ein Puff ist, diesen aber nicht als Puff zu benennen und aber dennoch den zinsvergünstigten Kredit zu bekommen. Und ihn zu tilgen: „Die Tilgung einer Schuld für die Lust.“ Na, das wäre doch mal was anderes als „Antragsdeutsch“ (gäähn!).

Natürlich nur in Sachen Wärmedämmung und „blower-door-test“, was aber just in dieser Straße zum brillianten Lacher werden dürfte, wenn ein Stadtbrief den Eigentümer eines Puff-Hauses darüber informierte, dass in seiner oder auch ihrer Liegenschaft ein

„blower-door-test“

durchzuführen ist. Juhuu, es wäre quasi der „energetisch-poitische Bockschein„, den die grün dominierte Landesregierung in NRW längst abgeschafft hat, um die Prostitutierten eigentlich vor gesundheitlichen Gefahren besser zu schützen. Ein Bock, aus Düsseldorf geschossen.

Meine Güte, unsere Güte, dieser politische Heißluftballon des „modernen Laufstalles“ hat richtig das Zeug zum karnevalistischen Motto-Wagen zu werden…

Leute: bringt das Thema doch bitte, bitte auf die nächste Ratssitzung, und vielleicht ringen sich die ein oder anderen Mandatsträger auch noch dazu durch, eine Stellungnahme des Oberbürgermeisters im Rat vorgetragen zu bekommen…

Weiter also: die ENEF im Puff, also, die energetische Zertifizierung. Man stelle sich bauphysikalisch und ausführungstechnisch eines dieser Burkahäuser vor, das außen glatt ist, ein paar „Schießschartenfenster“ vorweist und sich allenfalls durch Farbton der Hülle und der Fensterrahmen oder Haustür unterscheidet.

Wie einst in Zeiten der DDR,  als es noch Plattenbausiedlungen gab und man für Kinder im Kindergartenalter an den Haustüren schöne Kacheln fand. Mal eine Sonnenblume, mal eine Maus, mal ein Vogel oder ein anderes „süsses Tierchen“. Tja, nach der ENEF-Sanierung der Antoniusstraße könnte es heißen:

„Herzlich willkommen im fleißigen Bienchenhaus! Unser Puff ist energiepolitisch zerfiziert und wir haben ein geruchsabsorbierendes Rekuperationssystem. Die darin erzeugte Abwärme wird über die Wärmetauscher nutzbar gemacht.“

Kita- und Puff-Abstandgesetz

Nun ja, Handelsflächen haben schon den Namen „weg“:

„Kaufhaus Schoppenpoppen!“.

Die Aachener / Öcher sind so wie so schneller, als es jede Politikerin sein kann 🙂

Leute, der Realsatire aber noch immer nicht genug!!!

DENN, es soll tatsächlich Gesetz und somit von Rechtswegen durchzusetzen sein, dass zwischen einer Kita und einem Puff mindestens 100 Meter Luftlinie Distanz bestehen muß. Nun, man sollte sich aber bei der Gelegenheit gleich mit abgewatscht auch mal überlegen, welche Wirkung es auf Jugendliche hat, die an Bushaltestellen auf den Schulbus warten müssen, wo die Alkoholiker in ihrem verwahrlosendem Delirium recht desolat anzutreffen sind. Sicherlich soziologisch formuliert: „nicht geeignet zu sein, einem ´role model´ auch nur im Entferntesten entsprechen zu können.

Man stelle sich die MitgliederInnen des Stadtplanungsauschußes vor, wie sie über die maßstabsgerechte Karte des Quartiers geneigt schauen, mit Linealen hin und her gehen, wie man denn Puff und Kita unter den Hut bekommen kann.

Man kann einfach nicht mehr aus dem Lachen herauskommen, wenn man die Politschoten mitbekommt, die in Aachen für mehr als nur Stirnerunzeln sorgen.

Übrigens: ein älterer Mann berichtete von der feministischen Sühneaktion seiner Schwester vor rund 50 Jahren mit einem süffisanten Lachen:

Die Studentinnen haben in einer anderen Stadt des rheinischen Frohsinns im Ein- und Ausgangsbereich des Puffs auf der Lauer gelegen und beobachtet, ob sie staedtbekannte Gesicherter dort erkennen konnten, die sie dann auch im Bilde festhalten konnten. Und siehe da, in der anderen Stadt des Rheinischen Frohsinns sah man dann Mannsbilder in der Dämmerung hinziehen, die man aus dem politichen Raume vom Ansehen her kannte.

Wenige Tage später und ohne einen Straftatsbestand zu erfüllen, war es dann mit der Lauferei bestimmter Herren erledigt.

Schade, dass der Aachener Karneval keine politischen Mottowagen hat!

Tschö, wa und ein g…. politisches Wochenende!

Endlich kann man mal über die Aachener Politik so richtig lachen und fragen, wie es denn mit der „Auslöse“ für die Liegenschaften ausschaut. Sprich, 13 bis 15 „Jahresmieten“ als Verkaufspreis – da kommt aber ne ordentliche Stange zusammen, die aus dem Säckel zu zahlen wäre…

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Über 90 Leerstände in Aachener Zentrum – Stimmung getrübt

In der Lokalausgabe der Aachener Zeitung vom heutigen Tage wird über die desolate Situation des Einzelhandels in Aachen berichtet – BITTE ZEITUNG KAUFEN ODER ORGANISIEREN!:

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/ueber-90-leerstaende-im-aachener-zentrum-1.1470312

Ja, es ist ein Trauerspiel. Denn zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil dieses Niedergangs hat die politische Klasse beigetragen. Genauer: das Geschäftesterben ist auch von ihr durch ihre „Stadtentwicklungspolitik“ zu verantworten. Im Grunde sieht niemand einen Unterschied in denkbaren „Konzepten“ im Spektrum von CDU, FDP, SPD, GRÜNEN. Die Piraten: abhaken, da versenkt.

Wir haben gestern, am Freitag wieder unsere Stadtbegehung gemacht: im Umfeld des Elisenbrunnens, plus 200 Meter, sind es drei Geschäfte, die offen ihre Schließung adressieren.

Gerade in Zeiten, in denen der „Internet-Handel“ nichts Neues, sondern Handelsalltag ist, müssen Leute in den Rat der Stadt Aachen, die jenseits von Ideologie sich für Aachen einsetzen. Mit Sachverstand, Offenheit und Unparteilichkeit. Mit der klaren Selbstverpflichtung, im Sinne der Stadt Aachen zu handeln.

Aber, wenn sich bei der nächsten Kommunalwahl nichts Bedeutendes ändern wird und die

„Aachener Einheitspartei SCHWARZROTGRÜNAACHEN

nicht tatsächlich „demontiert“ wird, um aus dem demokratisch verstümmelten Einheitsbrei herauszukommen, wird es der Geschäftswelt und der Bürgerschaft Achens so ergehen wie den Bürgersteigen: überall fehlen Steine, die Löcher werden größer und so mancher stolpert, legt sich auf die Nase, verletzt sich.

Infrastrukturell Aachen längst keine einladende städtische Zierde. Verwahrlosung aus welchen Gründen auch immer, ist das was Besucher allenthalben begleitet. Es wird rumgebettelt und angepöbelt. Es ist schmuddelig dreckig. Man muß zwingend gesenkten Hauptes „flanieren“, um sich bestmöglich vor Stürzen zu schützen. Seien es hochgehobene Platten, fehlende Pflastersteine oder auch graue Steinblöcke, die für Sehbehinderte eine Katastrophe sind, weil deren Kontrast gegenüber dem Umfeld zu klein ist. Letztere weiß man nach Aussagen von Sehbehinderten. Aber: die Stadt Aachen beharrt starrsinnig gegen Normen und Bauempfehlungen.

Zur Zeit muss man sagen – „Dank“ an die kleinkarierte „große Koalition“ und die zahnlos-opportunistische „Opposition“, so man die nicht regierenden Parteien umschreiben kann (s. Ratsbeschluß-Voten!) – haben Bürger und Geschäftsleute nicht viel zu erwarten. Man kennt sich, man liebt sich, man haßt sich – man übt den Schulterschluß des unteren Mittelmaßes, was man täglich sehen und erleben kann…

 

Trinkerstube in Aachen vom Rat befürwortet

Das war am 1. Oktober 2013

Auf der Sitzung des Stadtrats der Stadt Aachen ist gegen die Stimmen der CDU beschlossen worden, im Stadtgebiet Aachens eine Trinkerstube einzurichten.

Heute, am 8. Oktober 2016

… ist, wie zu erwarten gewesen ist: nichts geschehen. Die typischen politischen Worthülsen eben-

Ratsmitglieder sollen eine Woche auf den Müll-Laster gehen, bevor sie nochmal solch einen Müll-Müll bestimmen

Man muss wissen, wovon man redet. Und, wenn es um Dinge geht, bei denen es um die Gesunheit wie auch die Fürsorge der Bediensteten des Öffentlichen Dienstes geht, die am „am Ende der Futterkette“ stehen, dann ist eines klar:

Diejenigen, die Leistungskennziffern in Bezug auf die Arbeitsleistung und Gestaltung der Arbeit in Gremien festlegen,

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müssen vor ihrer nächsten Entscheidungsrunde selbst eine Woche lang die Arbeit der „Müllmänner“ verrichten.

Am besten – da der Herbst naht – während der Zeit, in der das Wetter so launisch ist, wie mittlerweile die Aachener Bürgerschaft, die von einer Vielzahl der politischen – und oft nicht sachlich fundierten Entscheidungen, die Mitarbeitende tatsächlich zu erleiden haben – man also schon im frühen morgen friert, nass wird, aber noch fünf oder besser noch mehr Stunden der Schinderei vor sich hat, um zu wissen, was und worüber man entscheidet.

Das scheint noch nicht praktiziert worden zu sein.

Tja, Entscheidungen vom Grünen Tisch sind eben meist nicht ganz grün im Sinne einer Ampelschaltung…

Tschö und: auf eine richtig launische und launige Woche!

Lärmschutz Kinderleicht | Die „Mitmachbroschüre“ für kinderleichten Umgang mit Lärm

Es solle niemand sagen können – und vor allem dürfen – das Thema Lärm nicht „durchdringen“ zu können, weil es doch so schwer ist.

Hier eine Broschüre für die Aachener Politik und Verwaltungsspitze, sich mit dem Thema Lärm vertraut zu machen. Es liegt auf „Wiedervorlage“ der Bürgerschaft. Wann der Termin ist, das wird sich „ergeben“.

In jedem Falle besteht „zwingende politische Lesepflicht“

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/akustik-laerm-eine-mitmachbroschuere-fuer-kinder-0

MUAP zum 2,5%-Entscheid des NRW-Landtags

Es ist beschlossene Sache: in einen Stadtrat kommt nur jene Gruppe, die mindestens 2,5% der Wählerstimmen auf sich vereinigen kann.

Während Sperrklauseln auf Ebene der Landtage sowie des Bundestages sinnvoll sein können, so ist sie auf Ebene der Kommune für die Vielfalt vor Ort so etwas wie eine Chemikalie, die „Unkraut“ gar nicht entstehen läßt.

Für „Unkraut“ stehen die politischen Ideen und Aktivitäten – in der Mitte der Gesellschaft, aber nicht von den Etablierten gouttiert – die kleingehalten werden müssen, weil sie die Parteilinien und interfraktionellen Absprachen in den Kommunen einfach nur noch stören.

Die beste politische Störung ist und bleit DIE FRAGE!

Wenn also kommunalpolitisch verfehmte Minderheiten nicht mehr zum Zuge kommen können, vielleicht schmerzende, gar provokante Fragen zu stellen, die Instrumente und Institute der kommunalen Mitwirkung dann nicht mehr nutzen können, dann ist die

Demokratie ein weiteres Stück geschwächt und die Etablierten können in Ruhe in ihrer Küche im Untergeschoß der Rathäuser ihr Süppchen weiterkochen.

„Geschickter Schachzug aus Angst vor den eigenen Bürgern“, sagt MUAP!

Wiedervorlage | März 2015 | Am 3.3. dürfen Aachens Bürger eine Frage stellen!

Liebe Bürgerschaft,

am 3.3.2015, ab 17h00m, gibt es wieder die Möglichkeit, im Ratssaal pro Nase eine Frage an ein Mitglied des Stadtrates zu richten. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit!

Es ist sinnvoll, wenn Sie die Frage an eine Person direkt richten. Und, wenn sie so formuliert ist, dass sie kein Wischiwaschi zulässt. Am besten also so fragen, dass nur ein „Ja“, „Nein“ oder „Weiß ich nicht“ gesagt werden kann.