Wiedervorlage | 8. März 2014 | Der Preuswald muss Wahlkampfgebiet für Aachen werden – genau so, wie der Kaiserplatz!

Wenn man die politische Diskussion um die Situation und Geschehnisse im und um den Preuswald verfolgt, kann man sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass die Aachener Parteien hier lieber den Ball flach halten wollen.

Was geschähe wohl bei der Kommunalwahl, wenn die „Preuswald-Diskussion“ Teil des Kommunalwahlkampfes würde? Probleme gibt es dort genug. Probleme, die offensichtlich auf unzureichenden Entscheidungen der Politik in der Vergangenheit beruhen.

Nun, dann hätten CDU, GRÜNE, SPD und FDP noch einen politischen Brandherd, um den sie sich bei der Kommunalwahl kümmern müssten, so dass ihre zeitlichen Kontingente für die Lieblingsthemen abschmelzen würden.

Denn dort werden augenscheinlich jungen Menschen Chancen genommen. So soll es in der Beschulung und im allgemeinen sozialen Kontext viel Handlungsbedarf geben, auf den aber die Aachener Politik noch keine Antworten vorzuweisen hat.

Nähme man an, dass man 350 bis 400 Stimmen für einen Sitz  im Stadtrat benötigt, dann dürfte dort zumindest ein Stuhl  (wenn nicht gar zwei Stühle) frei sein.

Das alleine ist Grund genug, dass der Preuswald in den kommunalen Wahlkampf gebracht werden muss. Ein Blick in die Berichterstattung und eine Suche über das Internet mit entsprechenden Stichwörtern wirft sofort eine lange Liste von Stichpunkten – damit Gründen – auf, warum im Preuswald politischer Dampf gemacht werden muss!

Es geht um Kinder, es geht um Menschen, es geht um Lebensqualität!

 

 

 

 

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Aachen – wenn 9,1 Prozent Arbeitlosigkeit als Erfolg verstanden werden…

„Markt ist weiterhin aufnahmefähig – Arbeitslosigkeit sinkt auf niedrigsten Septemberstand“

So titelt aktuell eine Publikation, die Bezug auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nimmt.

Seitens der Aachener Arbeitsagentur unterstrich man die Verbesserung in und für Aachen von 9,4% Arbeitslosigkeit im September 2014 auf 9,1%. Zudem wurde das statistische Spielchen getrieben, dass man kommunizierte, dass 1.400 nun aus der Arbeitslosigkeit gelangt sind.

Böse kann man sagen, wenn das ein Erfolg auf dem Arbeitsmarkt ist, was wird dann der nächste Konjunktureinbruch zur Folge haben.

Ist in Süddeutschland der Arbeitsmarkt quasi leergefegt und werden sehr gute Löhne auch in den unteren Lohngruppen bezahlt, so suggeriert man hier, dass 1.400 Arbeitslose weniger und die Reduktion der Arbeitslosenquote um 0,3% ein Erfolg ist.

Bedenkt man auf der anderen Seite die hervorragende internationale Positionierung der Aachener Hochschulen, so muß man bitter-gallig konstatieren, dass Aachen wohl so etwas wie ein förderungswürdiges Zonenrandgebiet West ist.

Man stelle sich vor, wie es um Aachen bestellt wäre, wenn die aktuell rund 60.000 Studierenden nicht hier wären oder, deutlich weniger hier immatrikuliert wären. In das Verhältnis zu der Wohnbevölkerung von gerundet 250.000 Einwohnern hieße das, 190.000 Menschen Minus Bediensteten der Hochschulen. Und, weniger Mittel.

Wie sieht eigentlich die Wirtschaftsstruktur Aachens aus, bedenkt man die Quote der Menschen, die auf Unterstützung aus öffentlichen Mitteln angewiesen sind?

Lägen wir dann in Aachen bei 15% oder mehr Prozent?

Da es sich bei der Aachener Arbeitslosenquote nicht um ein kurzzeitiges statistischen Phänomen handelt, sondern um ein chronisches, ja geradezu notorisches Leiden der Menschen, so muss sich die Politik in Aachen die Frage gefallen lassen, was die Politik eigentlich in den letzten Dekaden getan hat?

Bei nunmehr 9,1% Arbeitslosenquote für den September 2015, wäre es

politischen euphemistisch bis unverfroren, von erfolgreicher Standort- und

Arbeitsmarktpolitik zu reden.

Nachdem – wir berichteten – ein IT-Unternehmen die Koffer gepackt hat und nach Baesweieler samt 400 Angestellten gezogen ist, kam am Wochenende wieder eine Hiobsbotschaft.

Ein Hochtechnologieunternehmen mit 100 Mitarbeitern, das ein Spin-Off der Hochschzullandschaft ist, schließt und, es zieht in die Vereinigten Staaten. Soweit zum Thema Start-up, Technologiestandort, Zukunftsstandort…

Möglicherweise liegt es daran, daß Aachen bereits seit mehr als hundert Jahren zu weit vom Schuss ist und es attraktivere Standorte gibt.

Hansemann und seine Bahn, das ist Geschichte. Eine, die man noch durch die Statue am dem nach ihm benannten Platz erahnen kann.

Was aber in Aachen nicht kommuniziert wird, das ist der Umstand, dass nach dem zweiten Weltkrieg ein Aachener Landtagsabgeordneter – der 2. Klasse mit der Bahn von AC nach D mit der Aktentasche in der Hand und neben seinem normalen Beruf – mit höchstem Einsatz für den Erhalt der Bahnstrecke nach Aachen arbeitete und Erfolg hatte.

Hätte es diesen Landtagsabgeordneten nicht gegeben, so sähe es noch düsterer aus.

In Aachen fragen sich nicht wenige Bürger, warum – Entschuldigung – die Aachener Politik

“ n i c h t   i h r e   F o t t    h o c h k r i e g t“

und endlich einmal erfolgreiche Standortpolitik auf die Beine zu stellen vermag.

Die Hochschulen in Aachen scheinen so etwas wie die lebensrettende fiskalpolitische Kochsalzinfusion zu sein, weil der Patient ansonsten wegen Flüssigkeitsmangels in   Ohnmacht fiele und schleichend stürbe. Manche Politik könnte als „Sterben auf Raten“ bezeichnet werden dürfen.

Warum bewegt die Politik seit zig Jahren nichts?

Was hat Avantis gebracht?

Wie sieht es mit dem pro-Kopf-Einkommen ohne den Öffentlichen Komplex der Hochschulen aus?

Welche Sozialhilfequote / -finanzlast hat Aachen zu stemmen?

Aber, man darf sich auch fragen:

Hat man in Aachen bei den Wahlen keine andere Wahl als auf „Bewährtes“ zu setzen?

Angemerkt: „Bürger für Aachen!“

Nicht zu vergessen ist, dass die Lebensarbeitsleistung einen erheblichen Einfluß auf die Rente hat. Startet man niedrig, kann die übliche Einkommensprogression nicht im andererorten möglichen Maße realisieren, dann ist klar, dass im Alter Lasten vorprogrammiert sind. Hinzu kommt noch die Bankenrettungspolitik des Staates, der die Verzinsung auf Null gebracht hat, was für die dringend erforderliche Kapitalbildung der privaten Säule der Alterssicherung unerläßlich ist. Auch hier schmilzt die Zukunft der Bürger durch die Zinseszinsrechnung „im Hundert“. Eine Art von geschluckter Inflation.

In Bezug auf das Beamtentum – das sei hier nochmal erinnert, auch wenn es manchen in den Ruhestand versetzten Pensioner schmerzen mag dies hier zu lesen – dort sind die Ruhestandsbezüge an die Bezügeentwicklung direkt gekoppelt. Das heißt für die nicht beamteten Menschen, dass die Schere noch weiter aufgeht. Denn hier wirkt in besonderem Maße die Struktur, dass Bezügeerhöhungen auf auf die Ruhestandsbezüge übertragen werden. Auch wenn sie mit einem Faktor versehen sind, nach 25 oder 35 Jahren der Arbeit kommt da einiges zu Stande, wenn man 65 Jahre ist und einen Teil des Lebens vor sich hat.

Und: was tut das Aachener Amt für Wirtschaftsförderung?

Wieviele Firmen sind durch das Amt in Aachen angesiedelt worden?

Wieviele Mitarbeitende sind durch diese Ansiedlungen in Brot und Lohn gekommen?

Was kostet das Amt pro Jahr und, was spielte es jährlich ein?

Ist der Saldo positiv oder negativ?

Natürlich gilt es auch hier, eine Personalvollkostenrechnung vorzunehmen. Sprich, die Aufwendungen der Stadt Aachen für die zukünftigen Pensionisten finanzmathematisch zutreffend zu berücksichtigen.

Auch das gehört zu einem Standort. Denn, jede Ausgabe in Bezug auf wirtschaftliche Bestrebunden, die im Rahmen einer Vollkostenrechnung negativ ausfällt, muss stets zur Disposition stehen!

Es kommt nicht darauf an, zu sagen, man habe eine neue Unternehmung angesiedelt, sondern vielmehr, es sind in absoluten Zahlen N1 neue Unternehmen hinzugekommen und durch das struktruelle Fortkommen der Kommune sind N2 zusätzliche Arbeitsplätze hinzugekommen. Auch, wie lange sie geblieben sind, wie viele weggezogen sind etc. Eben die allfälligen Parameter, die einen Wirtschaftsstandort qualizizieren oder disqualifizieren.

Das Aachener Motto „es hat schon immer gut gegangen“, hat bei solchen Dingen nichts zu suchen!

Man kratzt sich bei solch einer wirtschaftspolitischen lethargischen Herumwurschteilei, die unausweichlich auch zum Schaden des Sozialen ist, schon seinen glatzigen Nacken, wenn man die Peer-Group der Stadt vergleicht.