Reaktorhavarie Tihange, Behördenkommunikation, Deutschlandfunk Sendebeitrag

Geschätzte Leserschaft,

der Deutschlandfunk hat dieses Gespräch gesendet, daß Sie sich /Du Dir unbedingt anhören mußt, um sich eine eigene Meinung bilden zu können:

https://kaiserplatzaachen.wordpress.com/2016/10/30/potentielle-folgen-des-tihange-reaktor-unfalls-deutschlandfunk-tihange-aachen-und-die-volksverdummung/

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Stadtplanung, Bauwesen und Erdbebenrisiko: Aachen kann einem Erdbeben der Kategorie 7 auf der Richter-Skala anheimfallen

Ein Jahrtausenderdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skala ist in Aachen möglich.

Da ein Erdbeben nicht planbar ist, muß man davon ausgehen, dass es immer auftreten kann. Städtebaulich und stadtplanerisch hat das, was die Aachener Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe unter dem Titel:

„Jahrtausendealte Spuren eines Erdbebens – Forsch haben einen spannenden Fund gemacht. Er ist ein weiteres Indiz darüf, dass Beben bis zur Stärke 7 in unserer Region möglich sind.“

Diese Überschrift und die zwei Sätze der Unterübschrift haben aus Sicht der Risikobetrachtung in Bezug auf den Katastrophenschutz eine elementare Bedeutung für die Stadtentwicklung und Stadtplanung in und für Aachen.

Da niemand sicher prognostizieren kann, wann Mutter Erde wie ein zorniger Wackelpudding bebt, muss man zwingend planerisch davon ausgehen, dass ein derartig massives „Nepal-Beben“ Aachen in Schutt und Asche zu legen vermag. Mit Toten, Schwerstverletzten und viel, viel Leid.

An dieser Stelle möchte die Initiative Kaiserplatz e.V. anmerken, dass sie im Rahmen ihrer Eingaben zur Durchsetzung der Umweltzone – was von Erfolg gekrönt wurde – auch die Eingabe bei der Bezirksregierung Köln im Rahmen des Eingabeverfahrens bereits genau auf dieses Risiko in Bezug auf die städtebauliche Struktur und Umsetzung im Bereich Kaiserplatz hingewiesen hat. Konkret, die Dimensionierung der Verkehrs- und damit Rettungswege in diesem Sektor der Stadt Aachen.

Basis für diese amtliche Eingabe – die nun in der AZ verschriftet als allgemein öffentlich angesehen werden darf – waren intensive Gespräche und Diskussionen mit Geologen aus dem informellen Netzwerk der Bürger für Aachen, denen diese Größenordnung als latentes Risiko klar ist und nun durch die Arbeiten des Geologen Christoph GRÜTZNER

http://paleoseismicity.org

indiziert worden sind.

Das heißt im Klartext für die Stadtentwickler, Städtebauplaner und Bauleitverantwortlichen ein Erdbeben der Stärke 7.0 zwingend bei ihren Veranlassungen als reale Gefahr für Aachen annehmen zu müssen und dem entsprechend verantwortungsvoll zu planen. Hoffen zu wollen, dass es zu den eigenen Lebzeiten nicht dazu kommen sollte, wäre städteplanerisch verantwortungslos.

In unserer Eingabe bei der Bez.Reg. Köln im Rahme des Eingabeverfahrens zur Durchsetzung der Umweltzone haben wir unter anderem auch angemerkt, dass bei einer Katastrophe im Umfeld des Kaiserplatzes hinreichend Kapazitäten der Rettungskräfte Platz finden können müssen, um Rettung auf dem Stand der Technik sicherzustellen. Im Umkehrschluß bedeutet das: für den nicht zu erhoffenden Fall eines Unglücks, sind die entsprechenden Dokumente, die auf die Fachfrage eingehen, in den Akten der Behörde.

Die Gretchenfrage an die Stadt Aachen und die zuständigen städtebaulichen/städteplanerischen Behörden ist in Bezug auf das existenziell fatale Risiko eines Bebens der Stärke 7:

„Plant die Stadt Aachen in Bezug auf Verkehrswege, Infrastruktur (auch Gasleitungen, die explodieren können!) in Bezug auf die Minimierung katastrophaler Risiken auf Basis des Standes der Erkenntnisse der Geologie in besonderem Bezug auf das Erdbebenrisiko? Ja, oder nein? Bis zu welcher Erdbebenstärke hat man konkret geplant?“.

Eine Planung, die nicht auf die Risiken angemessen – also das Eintreten als worst case akzeptiert und implementiert – eingeht, ist eine, die ein vermeidbares Risiko für Mensch, Tier und Werte bedeutet.

Hier ist eine grundsätzliche Diskussion angezeigt, um sicherzustellen, dass z.B. dichtgenutzte Stadtgebiete nicht weiter verdichtet werden dürfen, weil sie im Eintretensfalle zu vermeidbaren Schäden führen würden.

Anders als in der Jungsteinzeit, kommen die Steine für die Leute nicht vom Lousberg, sondern von oben. Mit den hinlänglich und nicht bestreitbaren Risiken und lethalen Folgen.

Das ist keine Panikmache, sondern einfach nur die Bitte, stadtplanerisch tatsächlich von dem auszugehen, was tatsächlich im schlimmsten Falle möglich ist. Man stelle sich an einem Samstag des 3. Adventwochenendes um 13h00m ein Erdbeben der Magnitude 7 vor – welche Folgen hätte dies?

 

 

 

Tihange, Reaktor-Unfall || Jodtabletten: So sieht das Notfallschutzkonzept in der Schweiz aus

Dieser Artikel über die PROFESSIONELLE Verteilung von Jod-Tabletten haben wir bereits am 8. Juli 2015 veröffentlicht

Das Amtshandeln in Deutschland und den Bundesländern wie auch Kommunen, unterscheidet sich drastisch von dem Amtshandeln in der Schweiz. Dort ist der Bürger mündig und wird informiert.

Für den Fall, dass Tihange oder ein anderes Kernkraftwerk in der Umgebung hochgehen sollte, könnte sich ein frühzeitiger Blick in dieses amtliche Dossier auszahlen:

„Notfallschutzkonzept bei einem KKW-Unfall in der Schweiz“

Eidgen. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, VBS, 23. Juni 2015

Der Link zum Dossier:

https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=57954

in diesem Bezug ist es wichtig, sich auch das Dossier des Schweizer Bundes, was oben rechts auf der augerufenen Seite zum herunterladen bereitsteht, anzusehen und auch durchzulesen. Eigentlich reicht das vollkommen aus, um den Oberbürgermeister, die zuständigen Dezernate und Ämter sowie ander Behörden und mit dem Amtsgeschäft befaßt Stellen zu versorgen.

Das Rad wird, wie es jetzt geplant zu sein scheint, so etwas wie eine vier-, maximal sechseckige Platte, mit der man ins Rollen zu kommen versucht, aussehen…

Jeder weiß – in Krisensituationen zählt jede Sekunde und, alles was bereits vorbereitet ist, setzt Kräfte frei für anstehende Dinge.

Die Schnapsidee mit dem Klinikum, aber auch die Altersdiskriminierung in Form der Altersbegrenzung bei der Ausgabe der Jodtabletten, gehört zwingend auch juristisch auf den Prüfstand!

Die Stadt Aachen muß ihren Weg in Anbetracht der Schweizer Planung auf jeden Fall erklären und mutmaßlich, dürfte sie ihn überarbeiten müssen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, „suboptimal“ zu handeln.

Quiz-Frage: wäre eine Tihange-Katastrophe in Aachen zu bewältigen, denkt man an das Aachener Straßenwesen?

Schicken Sie uns gerne Ihren Kommentar!