Klagen nun Bewerber um Dezernatsposten vielleicht gegen die Stadt Aachen? Undenkbar?

Für BewerberInnen auf den Dezernatsposten muss der gestrige Beitrag in der AN wie eine Art „Hohn“ klingen.

Denn, das beschriebene Vorgehen bei dem Besetzungsverfahren hat gefühlsmäßig etwas von einem Pferderennen, bei dem der Veranstalter vorher wohl schon daran gedacht haben könnte, welches Pferd diesmal unbedingt gewinnen müsse. Wirklich ein faires Rennen für alle Bewerber? Oder, eine formalistische Farce, die einer qualifizierten Bewerberschaft eigentlich berechtigte Hoffnungen erlaubt, die aber von vornherein erfolgslos ist, weil man vorher schon Einvernehmen herbeigeführt haben will…?

Mit dem ausgedruckten Artikel von Herrn Eimer in der Hand, könnte es schon sehr interessant sein, einer Anwaltskanzlei, die nicht nur Arbeits- sondern auch Verwaltungsrechtler in ihrer Sozietät haben, das Mandat zu erteilen, zu prüfen und nötigenfalls zu klagen, ob durch die Darstellung gemäß AN vom 13. Januar 2015 nicht bereits der Tatbestand eines Verstosses im Sinne eines Diskriminierungsverbotes belegbar, somit erfüllt ist. Man also als nicht zum Zuge gekommene Person klagen kann. Möglicherweise könnte hier sogar – neben der veröffentlichten Ausschreibung – auch das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ein wirksamer Hebel für diejenigen nutzbar sein, die belegen können, mindestens gleich, oder besser qualifiziert zu sein, somit keine angemessen faire Chance beim Bewerbungsverfahren erhalten zu haben?

Der gestrige Bericht in der AN und die darin offengelegte Vorgehensweise könnten für hinreichend qualifizierte Personen schon „interessant“ bis „dienlich“ sein..

Denn, offensichtlich hat man sich bereits vorab „Besetzungsgedanken“ gemacht, eine Stelle formal ausgeschrieben und veröffentlicht, die zur freien Bewerbung von qualifizierten Kandidaten einlädt. Sonst würde sie nicht dem Geist einer veröffentlichten Stellenausschreibung entsprechen können…

Es wäre sicherlich sehr interessant, würde die Redaktion der AN kurzfristig auch mit einem bundesweit anerkannten Juristen der in Fragen kommenden Rechtsgebiete / Themenfelder – Arbeitsrecht, Diskriminierung, Verwaltungsrecht, Haushaltsrecht, ÖR i.A. – ein Interview führen/veröffentlichen, um für die Leserschaft eine juristische Einordnung darüber zu erhalten, ob das Verfahren, das von der Stadt Aachen hier augenscheinlich angewandt worden ist, überhaupt noch in dieser Art und im Sinne der Stadt Aachen/der Parteien so durchsetzbar ist? Oder, ob das Verfahren nun komplett neu aufzurollen ist? Und dies unter „verschärfter  Beobachtung“…

So, dass alle qualifizierten BewerberInnen für die Position der Stadt Aachen dieselbe und neutrale Chance haben. Für Aachen und seine Bürgerschaft!

Diese causa zeigt wieder einmal, dass es nicht nur geboten, sondern dringend angezeigt ist, dass die Besetzungsverfahren für bezeichnete Positionen zwingend und nachweisbar einem neutralen und vollumfänglich überprüfbaren Bewerberverfahren zu unterziehen sind, um eine Gleichbehandlung der Bewerberschaft sicherzustellen.

s.a.: zuvor veröffentlichten Artikel

Werbeanzeigen

Windturbine, Pinkeln nur mit Sicherheitsgurt und das Aachener Arbeitsgericht

Die Aachener Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe unter dem Titel: „Pinkeln nur mit Sicherheitsgurt“ (wos).

Ein Monteur, der stehend von der Gondel einer Windturbine heruntergepinkelt hat – was Usus in der Branche ist – wurde fristlos gekündigt, weil er nicht gesichert gewesen sein soll. Ein Kollege hatte den Stein ins Rollen gebracht. Verhandelt wurde die Klage vor der 2. Kammer am Aachener Arbeitsgericht. Vorsitzender Richter Klaus BRONDICS. Man wird sich nun aber vor der nächsten Instanz wiedersehen müssen, da nicht alles geklärt werden konnte…

Der Artikel zum Ende hin:“ Doch der behauptet nach wie vor: ´Ich hatte die PSA an, als ich mal musste“. Sein Kollege konnte nichts dazu sagen, weil er einige Meter entfernt in der Spitze des Windrades arbeitete´.

Tja, vielleicht schreibt ja demnächst die zuständige Berufsgenossenschaft in der Branche vor, dass jeder, der ein Windrad besteigt, Windeln zu tragen hat, die ein hinreichendes „Aufnahmevermögen“ haben, ohne die betrieblichen Abläufe zu stören? Dann könnten die Mitarbeitenden aus Investorensicht mehr Arbeit während eines Monats leisten und niemand würde mehr beim Pieseln das Panorama geniessen müssen…