Wiedervorlage | 20. September 2015 | La Suisse, pays le plus heureux au monde / Aber wie lange noch wegen des Frankenkurses…

Wie wird es der Schweiz ergehen, wenn die Wirbel in der EU und letzlich auch des Euro zu einer Kurskorrektur des Schweizer Franken führt? Bereits jetzt ist durch den Wechselkurs festzustellen, dass Arbeitsplätze in der Produktion in der Schweiz nach Mittelosteuropa verlagert werden, weil die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Wie jüngst bei einem Fensterhersteller auf der Schweizer Seite des Bodensees, der 300 Stellen in der Produktion verlagerte…

http://www.francois-garcon.com/parutions/la-suisse-pays-le-plus-heureux-au-monde/

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Neuer Personaldezernent Aachens verfolgt klarere Linie

Der neue Personaldezernent soll in puncto Amtsführung eine klarere Linie verfolgen, als das zuvor bei der kurzlaufenden Intermezzo-Besetzung der Fall gewesen ist. D.h. auch, dass Übergriffe und Anfeindungen von Bediensteten des Ordnungsamtes konsequent und ausnahmslos verfolgt werden.

Das wäre zu begrüssen, denn das, was sich nicht wenige Menschen, die im Ordnungsamt arbeiten, „braucht wirklich nicht jeder“…

Aachen fehlt in jedem Falle eine deutlich restriktivere und konsequentere Amtsdurchsetzung, wenn es um die Auslegung rechtlicher Normen im Sinne der Allgemeinheit, der Gemeinschaft, somit aller Menschen geht.

Die Verlotterung Aachens schwächt Aachen. Mittlerweile machen Leute auch einen Bogen um Aachen, weil es immer intensiver „moralisch abgeschrieben“ ausschaut. Und, da sicherlich in Bezug auf die Fragen der Ausgaben / des Haushalts der Stadt  und die immer höher steigenden Lasten, die vom Bund mir nichts, dir nichts auf die Kommunen abgelassen werden, ist klar, dass Grenzen bereits überschritten worden sind und die Bürger immer stärker an ihrer Toleranzgrenze kommen, wenn es darum geht, immer mehr zu ertragen und immer mehr zu bezahlen. Ohne aber dafür ein wieder schöner werdendes Aachen zu erleben.

Seit geraumer Zeit befindet sich die Stadt in einer sozialen Abwärtsspirale, die nur dadurch agebogen werden kann, in dem Aachen sich so attraktiv macht, dass Unternehmen sich freuen, in Aachen Betriebe ansiedeln zu können, um Geld zu verdienen.

Allerdings läßt die Stadt- und Verkehrspolitik nicht hoffen, so daß die Standortpolitik, damit die Frage der Prosperität eigentlich „selbsterklärend“ ist. Selbsterklärend, dass eben der Zustand einer Stadt auch als Grund empfunden werden kann, gleich lieber woanders hinzugehen.

Hochschulen allein, helfen da nichts. Auch nicht die Start-Ups. Einzig zählen wird, wenn Betriebe angesiedelt werden, die jenseits intellektuell anspruchsvoller Arbeitsplätze eben auch welche entstehen lassen, die Menschen die aus welchen Gründen auch immer, dem „unteren Drittel“ der Einkommensgesellschaft Perspektiven ermöglicht.

Das aber ist nicht zu erkennen, so dass der Berg der Ausgaben für den Sozialkomplex weiter wachsen, denn schrumpfen wird. Mit der Folge, daß die Abwärtsspirale möglicherweise noch steiler gestaltet werden kann.

Manche Regionen sind Magnete, die auf der anziehenden Seite stehen. Manche auf der abstoßenden.

Die Gretchenfrage ist: wo lassen sich Unternehmen eigentlich nieder? Wo tragen sie durch Steuersubstrat zum Gemeinwohl bei? Wo entstehen perspektivische Arbeitsplätze jenseits von € 8,50 und in Betrieben, denen es gut geht, denen man das Leben leicht macht, die Abgabenlasten absenken KANN?

Ein wichtiger Schritt – womit es zum Anfang kommt – ist, dass sowohl in Bezug auf den Haushalt, die Ordnung und die Attraktivität Aachens mehr als bisher auf eine klare Position ankommt, die in jeder anwendbarer Hinsicht klare Grenzen zieht!

So ist es zu begrüßen, dass u.a. das Ordnungswesen mehr Profil zeigen wird!

 

Baustellenstreit eskaliert – Anlieger des „Krugenofen“ haben die Nase voll

Die Aachener Zeitung, Lokalteil Aachen vom 3. September 2015 ist eine Pflichtlektüre, wenn es um das Thema

Wirtschaftsstandort Aachen

und

Wohnort

geht!

Der Betreiber des anliegenden Einkaufsmarktes Stenten meldet sich zu Wort:

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/krugenofen-stadt-will-zufahrt-zum-supermarkt-sperren-1.1171217

Die Lektüre ist selbsterklärend und läßt einen nur ratlos rätseln, was in Aachens Amtsstuben los ist.

Aachen: Gehälter für Ingenieure im Vergleich schlecht. Kein Wunder, dass Absolventen wegziehen…

Für Ingenieure in Aachen sieht die deutsche Gehaltslandkarte verhältnismässig mau aus:

http://www.ingenieurkarriere.de/gehaltstest

So nimmt es kein Wunder, dass Absolventen, die man politischerseits in Aachen gerne halten will, Aachen dann doch verlassen. Wenn eine Stelle in der Industrie in Baden-Württemberg oder Bayern ruft, dann zählt neben dem Brutto-Gehalt auch das Gesamtpaket. Dies setzt sich zusammen aus Lebensqualität, Infrastruktur, Wohnen, Naherholung oder auch der Qualität des Bildungswesens des jeweiligen Bundeslandes.

Die regionale Pole-Position beim Gehalt:

Und, in puncto Gehalt, da darf eines nicht vergessen werden: bekommt man zum Berufsstart eine gut bezahlte Arbeitsstelle an einem teureren Wohnort, dann mag sich zwar der brutto-Vorteil zunächst aufheben, möglicherweise sogar unter dem Strich zunächst als schlechter erweisen. Man denke an Stuttgart, Wolfsburg, München oder Teile der Bodensee-Region – eben die Wirtschaftsturbos in Deutschland – wo das Wohnen schon heftig ist. Nur, die Arbeitgeber passen sich an, um die Leute zu halten. Das heisst, die Anpassung bei ordentlicher Arbeit ist in der Regel gegeben. Und, bei einem Stellenwechsel hat man grössere Chancen, einen besseren Gehaltssprung auszuverhandeln.

Neben der reinen Netto-Bilanz muss man aber auch die summatorischen Effekte am Ende des Berufslebens beachten. Wer früh mehr Gehalt bekommt, zahlt in die staatliche Rente mehr ein und erreicht die Deckelungsgrenze früher. Auch sind in Hochlohnregionen sehr oft die „weiteren Gehaltsbestandteile“ interessant. So zum Beispiel betriebliche Altersvorsorge, die mit der privaten Altersvorsorge gekoppelt wird. Über die Lebenserwartungszeit wächst das zu einem finanztechnisch interessanten Paket an.

Nicht zu unterschätzen ist auch, die Niederlassung der Familie: wenn die Kinder da sind, dann fällt ein Wechsel logischerweise ungleich schwerer, als wenn man kinderlos ist. Ab dann zementiert sich für viele die Lebensplanung. In Regionen mit vielen Unternehmen – so wie z.B. im Mittelstand Baden-Württembergs, wo es viele Familienunternehmen gibt, die sehr gesund sind – hat man dann auch im weiteren Verlauf seiner Karriere bessere Chancen, in der eigenen Ecke wechseln zu können. Auch dies gilt es auf dem Schirm zu haben.

Bei der Wahl des Standortes wird oft eine Sache unterschätzt: wenn ein Teil eine Arbeit bekommt, wie sieht es für die Partnerin oder den Partner am jeweiligen Ort aus, seine eigenen beruflichen Wünsche realisieren zu können? Dort, wo die Wirtschaft brummt und, wo eine grosse Unternehmensdichte ist, stehen die Chancen logischerweise besser, als in einem Gebiet mit weniger „Chancen-Dichte“; die schlägt also nicht nur beim Lohn der/des Ingenieurs/Ingenieurin zu Buche, sondern auch bei seinem Lebenspartner. Das heisst, die Qualität eines Standortes in Bezug auf den Lohn muss man zwingend auch auf seinen Familienkontext und die beruflichen Wünsche und Ziele abstimmen. Was hilft es, wenn ein Partner in der Pampa einen guten Job hat, die Mieten niedrig sind, die Häuser billig, der andere Partner aber keinen Job findet. Oder einen, der nicht den beruflichen Wünschen und Ansprüchen entspricht. Hier addiert sich dann der Effekt in Bezug auf die Familie.

Arbeitslosenquoten können hier als ein erster grober Indikator herangezogen werden, wenn man die Kette der Arbeiten in einem Unternehmen betrachtet. Wo es brummt, braucht man auch mehr Menschen, die vielleicht keine Berufsausbildung haben. Vor wenigen Jahren gab es in der Region des westlichen Bodensees bei einem Technologieunternehmen die Situation, dass bei einer Arbeitslosigkeit von 2% keine Arbeitskräfte mehr zu finden waren. So erhielten nicht-qualitifizerte Menschen eine Chance, von Facharbeitern als Gruppenleiter in der Produktion eingesetzt zu werden und Geld zu verdienen. Für so manchen war das eine einmalige Chance, die an Orten mit schlechtem Wirtschaftsklima so nicht gegeben sind. Und hier koppeln sich der Arbeitsmarkt von Ingenieuren mit dem von gewerblichen Mitarbeitenden…

Wenn eine Stadt oder eine Region gut ausgebildete, junge Menschen halten will, dann muss ihnen etwas geboten werden.