Sehr erhellend: ein Spaziergang mit einem Blinden durch Aachen

Mit den Leuten reden, das schafft Einsichten und Erkenntnisse. Auch, wenn man erfährt, wie man mit dem weißen Stock ohne Sicht halbwegs, aber nicht ganz sicher durch Aachen zieht.

Um es vorwegzunehmen, das Urteil fiel nicht im Sinne der Stadt Aachen als alltagstaubliche Destination auf. Wackelnde Platten, fehlende Steine – eben das typische, was man in Aachen feststellt, ist nicht sicher  durch den Stock festzustellen. Die Begleitung zeigte sofort, dass sich Sehbehinderte und Blinde immer darauf gefaßt machen müßen, im nächsten Moment zu stolpern und sich zu fangen.

Auch wurde bemängelt, dass die bereits avisierten und beschlossenen Maßnahmen zur Verbesserung der Wege für Blinde und Sehbehinderte, die mit 50.000 Euro dotiert werden, nicht umgesetzt worden sind. Es harzt wohl etwas bei der konsequenten Umsetzung der Leitlinien in Aachen. Schade eigentlich.

Bei der Frage der Gestaltung der Gehwege im Innenstadtbereich war der Gesprächspartner auch nicht „amused“ und bemängelte in aller Deutlichkeit, dass die historische Anmutung im Vordergrund stünde und neben den teils morbiden und gefährlichen Stellen, an denen Steine emporstehen oder gar fehlen, auch die Frage der Singalanlagen noch unbeantwortet sei. Sprich, die konsequente Umsetzung der technischen Einrichtungen in Aachen, die Behinderten mehr Selbständigkeit ermöglichen.

Bezüglich der Argumentation in Sachen Historie meinte die betroffene Person, dass man dann aber eigentlich auch so konsequent sein müsse, um den tatsächlichen Zustand des Mittelalters sicherzustellen. Mit all den Gerüchen, die man vermutlich heute nicht mehr ertragen muss…

Vielleicht sollten mal die verantwortlichen Politiker und Behördenleiter, die sich mit der Umsetzung der Vorgaben und Möglichkeiten für Behinderte befassen, eine Schlafbrille und Kopfhörer aufgebrummt bekommen. Eine Einweisung und einen weißen Stock. Als Begleiter eine tatsächliche Person, die dann den Verantwortlichen den Freien Lauf lassen.

Bei der ein oder anderen Person könnte das schnell heißen, sich eine richtig blutige Nase zu holen.

Es wird immer vom nicht vorhandenen Geld geredet. Aber für den Tivoli, der für ´nen Euro über den Tisch ging, sicher Kosten vom mehrfachen Voluemen als € 50.000 p.a.  verursachen wird, da ist das Geld und der Blankoscheck da.

Da geht die Stadt Aachen wieder einmal quer zur alten Kaufmannsregel, wenn´s um Wechesl geht.

„Schreibe hin, schreibe her! Schreibe niemals quer!“.

Ein Alaaf für die Kämmerei!

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