„Calais ist nicht der Wartesaal des Vereinigten Königreichs“

so der britische Premierminister David CAMERON zu der Räumung des Djungel in Calais, zitiert in Le Monde vom 5.03.2016: „Calais n´est pas la salle d´attente pour le Royaume-Uni“. Cameron und Hollande haben nun zusammengespannt, um mit all ihren Kräften den BREXIT zu vermeiden.

Das erklärt die in der jüngsten Berichterstattung über Frankreichs Durchsetzung des Djungels nach etlichen Jahren der Duldung, die dazu geführt hat, dass Lastwagenfahrer nicht nur mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, sondern tatsächlicher Angst ihre Reise über den Ärmelkanal antraten. Wenn sich nämlich klandestine, blinde Passagiere erfolgreich an Bord von Lkw begeben und britischen Behörden das feststellen, dann wird ein saftiges Bussgeld von einigen tausend Pfund Sterling fällig. Trifft es einen Lkw mit Lebensmitteln, dann ist die Ladung aufzugeben. Sprich, es ist ein Totalverlust der Fracht, den Versicherungen unbegrenzt abdecken.

Die Folge ist, dass bereits über andere Fährhäfen in Norddeutschland Alternativen des Transports eruiert und praktiziert werden, was aber die Verlängerung der Transportdauer und somit der Kosten bedeutet. In Italien oder Griechenland mit blinden Passagieren gefaßt zu werden, kann eine Gefängnisstrafe mit sich ziehen. Selbstredend empfindliche Geldstrafen.

Einer der Beweggründe des Zusammenschlußes der Staatsmänner dürfte darin zu finden sein, dass beide unter massivem innenpolitischen Druck stehen und deswegen die große Säuberung in Calais erfolgte. Dies, damit CAMERON dem sowieso gegenüber der EU distanzierten Volk das Signal aussenden kann, „aufzuräumen“ und Klartext zu reden. HOLLANDE, mit sozial hoch brisanter Arbeitslosenquote und eigentlich keiner Umkehrung in Sicht, als Partner von CAMERON, der innenpolitisch ein Signal aussendet, bei der Flüchtlingssituation Grenzen zu ziehen.

Die Räumung des Djungels von Calais also für beide ein deutliches Signal des innenpolitischen Handlungswillens, der in Bezug auf die langjährige Situation die Dramatik, die Angst vor dem Votum der Briten zum Ausdruck bringt.

„La frontière est fermée. Aller à Calais est la certitude de ne pas pouvoir traverser la Manche“.

Das klingt so deutlich wie die flüchtlingspolitische Maginot-Linie:

„Die Grenze ist geschlossen. Sich nach Calais zu begeben bedeutet, mit Sicherheit nicht den Ärmelkanal überqueren zu können.“

Möglicherweise ist nun damit in Analogie zur Ägäis zu rechnen, dass Bootspendelverkehr über die etwas über 30 km breite Wassergrenze erfolgen könnte. Mit der Konsequenz dort ein Grenzüberwachungssystem gegen illegale Immigration nach Großbritannien einzurichten.

Als „save bet“, als „sichere Wette“,  müssen die europäischen Staaten wohl davon ausgehen, dass die Situation wohl bis weit nach dem Volksentscheid der Briten am 23. Juni dieses Jahres bestehen bleiben wird. Unabhängig davon, wie das Votum ausfällt – „topp“ oder „flopp“, das ist unerheblich, da in beiden Staaten ein nicht unerheblicher innenpolitischer Druck vorhanden ist.

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Wiedervorlage, 2. November 2013 | „Wollt ihr in Aachen kein Geld verdienen?“ Der Verkehrsfrust über Aachen

Kurzmitteilung

Anstatt sich in einem gemütlichen Restaurant zu treffen, hieß es zunächst irritierend „Fastfoodrestaurant“. Nach wenigen Minuten war sofort klar, warum dies nun der Ort der Wahl war. „Weißt Du, ehrlich gesagt mir hängt Euer Verkehrschaos in Aachen einfach nur noch aus dem Hals heraus! Ich habe wirklich keinen Bock mehr darauf, mich nochmal in die Innenstadt zu quälen!“, so die Worte eines befreundeten Niederländischen Unternehmers aus der Grenzregion, der das letzte Ehemaligentreffen im Sommer in einem Restaurant sausenlassen musste, weil er nach über einer Stunde Baustellengewirr – das natürlich nicht im Navi vermerkt sein kann – und erfolgloser Parkplatzsuche enerviert abbrach. Sein Fehler war: er kam mit dem Auto und nicht dem ÖPNV oder Fahrrad…

Pointiert meinte er: „Heute, am 1. November ist ja, wie Du vielleicht weißt der ´Tag der Deutschen´. Bei uns sind die Geschäfte brechend voll gewesen und die Leute lassen ihr Geld bei uns! Und das freut uns…“.

Er bedauerte, dass Aachen verkehrstechnisch so abschreckend sei.