Rentendesaster, Arbeitsplatz-Export und Standortqualitäten – wohin fließt die Gesellschaft…?

Heute stand in der lokalen Tageszeitung, dass ein internationales Unternehmen im Großraum über 200 Arbeitsstellen streichen werde. Davon alleine weit über 100 in der Produktion. Dies sei die Folge der Verlagerung in einen mittelosteuropäischen Staat.

Man darf sagen, der:

„Arbeitsplatzexport ist in vollem Gange!“

Unabhängig davon, daß Menschen sich in der Region eine neue Arbeitsstelle suchen müssen, die zudem ungefähr den Lohn bringt, wie zuvor, muß man konstatieren, daß es schon immer so gewesen ist, dass Wertschöpfung in der Wirtschaft stets dahin gegangen ist und gehen wird, wo ein Produkt und eine Dienstleistung zu einem derart wettbewerbsfähigen Preis angeboten werden kann, dass sich die Schließung/Verkleinerung eines Betriebs nach Aufrechnung aller Kosten lohnt.

Im Umkehrschluß muß man sagen, lohnt sich somit der aktuelle Standort nicht, weil man ansonsten keinen Wechsel beschlossen hätte.

Klar auch: das ist auch eine Konsequenz der EU mit ihrem extremem Einkommens- und Sozialgefälle, das zum einen durch den offenen Markt und zum anderen auch erst durch den EURO ermöglicht worden ist.

Aber nicht nur in diesem  Bezug. Die technische Integrationstiefe wandert zusehends auch nach China, wo im Bereich der Automobilindustrie sogar schon Design-Zentren aufgebaut werden. Da die Intelligenz des Menschen und der Mensch an sich im Grunde überall gleich ist, bedeutet das, die Konkurrenz für den Standort Deutschland steigt unweigerlich. Ob man will oder nicht.

Ohne diese Tatsache politisch zu würdigen und bei Entscheidungen hinreichend zu beachten, verschlechtert man vermeidbar die Chancen für eine Stadt, Region, ein Bundesland und den Staat.

Also, kann man von „ordentlicher Politik“ nur dann reden, wenn im Rahmen des Umfeldes sowohl die Wirtschafts- wie auch Sozialpolitik stetig in Balance gehalten wird.

Wenn eine Stadt meint, sie könne es sich leisten, Unternehmen das Leben schwer zu machen:

„Bitteschön! Die Rechnung wird präsentiert werden!“

Die Folgen:

  • weniger Geld
  • mehr Sozialprobleme
  • marodierte Infrastruktur
  • schlechtes Image
  • Abwanderung…

Hohe Arbeitslosenquote und abwandernde Unternehmen sind die Rache des Marktes an einer politischen „Körperschaft“, die eben nicht ordentlich und möglichst realitätskonform zu entscheiden vermag.

Bürger sollten sich allen Ernstes vor jeder Wahl und in hinreichend zeitlich langem Vorlauf damit befassen, um den Kandidaten der Parteien auf den Zahn zu fühlen. Vornehme Zurückhaltung wird da nicht helfen. Denn nur, wenn Wirtschaft funktioniert, bleibt Soziales überhaupt erst finanzierbar. In Düsseldorf hat man das zweifelsohne wohl noch nicht seit Gründung von NRW begriffen…

Man muß eine Stadt, einen Standtort so leben, dass man tatsächlich eine

„Willkommenskultur“

lebt. In Aachen scheint es ehedem daran zu hapern, schaut man auf die Arbeitslosenquote, die Sozialkennziffern usw. Investmentgrade nicht einmal B+!

Für die zukünftigen Rentenempfänger heißt die Schwächung des Standortes Deutschland – bis auf die kommunale Ebene – dass die Haushalte immer massiver in den kommenden Jahren unter Druck kommen werden. Denn, in anderen Ländern sind die Menschen lernfähig. Ansonsten könnte man bei einer gegenlautenden, stillen Annahme von einem „impliziten Rassismus“ reden, Menschen in anderen Staaten die Fähigkeit abzusprechen, Gleiches wie hier schaffen zu können.

Die aktuelle Schwächung des Standortes ist auch das Fundament zukünftig schlechterwerdender Randbedingungen im sozialen Sektor. Aber, anstatt die politische Machete an die Renten und andere Sozialausgaben zu setzen, sich manchmal offensicht wirtschaftsfeindlich zu gerieren, ist es

dringend erforderlich, daß das Staatssystem von der kommunalen über die nationale Ebene bis hin auf die der EU auf Effizienz und Effektivität zu trimmen.

Politisch heißt das: hört endlich auf mit Eurem sich in die Tasche lügen! Erkennt die Realität und macht das Beste draus! Dazu gehört es auch, Klartext reden zu müssen, um Diskussionen in einen ordentlichen Lösungskorridor zu befördern.

Denn eines darf nicht verschwiegen werden: die Erosion im Bereich produzierender Arbeitsplätze in der Industrie am Standort Deutschland heißt letztlich das Risiko des Abrutschens auf der sozialen Leiter, die von der Wirtschaft bezahlt wird (!!!).

Und wenn Produktionsbetriebe peu à peu auswandern, Stellen ersatzlos wegfallen, man keine Arbeit findet, weil der Standort mau ist, steigt logisch die Arbeitslosenquote, später die Sozialhilfequote. Kommen dann noch gesetzliche Ungetüme wie in Frankreich aus ihrer Höhle, dann ist klar, dass ein Land seine soziale Stabilität verliert. Der Kardinalfehler ist im Bereich des sozialen Sektors zu denken, daß Wirtschaft etwas „Schlechtes“ sei, weil man ja Geld verdient. Richtig ist, dass erst die Wirtschaft die Möglichkeiten schafft, dass Menschen Geld verdienen können. Die Wirtschaft ist die Geldverteilungsmaschine in das Volk und nicht der Staat. Der steht für die wirtschaftspolitische Straßenverkehrsordnung, Beschilderung und Einhaltung sowie des Rechts. Ist die Straßenverkehrsordnung „doof“, dann leiden letztlich alle!

Gerade für das „untere Drittel“ der Gesellschaft – in Bezug auf die Chancen, basierend auf der individuellen Situtation wie der Bildung – wird der Wind kälter und stärker. Die Destabilisierung der EU schwächt die Staaten als Wirtschaftsstandorte weil sie von  Märkten als „risikobehafteter“ eingestuft werden.

Und, was bis dato überhaupt noch nicht diskutiert worden ist, das ist die Frage der tatsächlichen Integration von zigtausenden Flüchtlingen in den Staaten.

Integration bedeutet arbeiten zu können, sich unabhängig vom Staat ein Leben aufbauen zu können, um Teil einer Gesellschaft zu werden. Neben Maßnahmen der Bildung und Ausbildung, die das Fundament von Integration sind, ist unbestreitbar, dass hierfür ordentliche Arbeitsplätze vorhanden sein müssen, die die Unabhängigkeit vom Staat bestmöglich ermöglicht.

Nur, es gibt nüchtern analysiert durch die teils unzureichende lokale Wirtschaftspolitik eine Situation, die dem entgegenwirkt: keine Arbeitsplätze, mehr Wettbewerb der Menschen um Arbeitsplätze und letzendlich ein erhöhtes Risiko der Seggrgation der Gesellschaft. Mit den bekannten Folgen der politischen Strömungen, verbunden mit ideologischen Separationstendenzen, die schädlich für eine Gesellschaft sind. Es heißt dann irgendwann in der Sackgasse wie bei Monopoly: „Gehe in das Gefängnis!“.

Wenn eine Stadt trotz Hochkonjunktur eine Arbeitslosenquote um die 10 % vorweist, dann heißt das: niemand hat Wirtschaft und Wirtschaften verstanden und alle haben dazu beigetragen, die falschen Entscheidungen für den Standort zu treffen!

Die Wandlung der Wirtschaftsstruktur bedeutet durch den internationalen Export von Arbeitsstellen v.a. in der Produktion, die manuelle Arbeit auch weiterhin bedingt und dem Erstarken von Volkswirtschaften mit hohem Leistungsvermögen auch, dass viele Arbeitsstellen zu „Jobs“ werden. Und „Jobs“ ist zueigen, dass sie schlecht bezahlt werden.

Schlecht bezahlt zu werden heißt auch, seine Altersvorsorge überhaupt nicht aufbauen zu können, weil am Ende des Geldes noch so viel Monat ist. Dies trotz bestem Sparbestreben.

Dienstleistungsorientierung bedeutet aber auch, höchst kundenzentriert „gestrickt“ zu sein. Sprich, soziologisch gesagt „kulturkonform zu interagieren“. Und das bedingt im Sinne der Integration von Flüchtlingen, hinreichende Voraussetzungen dafür schaffen zu müssen, die es erlauben, in der Mitte der Gesellschaft überhaupt erst ankommen zu können. Das kostet Geld und vor allem Einsicht verbunden mit Bereitschaft. Untrennbar verbunden damit auch Transparenz und Ehrlichkeit der politischen Kaste!

Wer im Verkauf oder einer anderen direkt-persönlichen Kundeninteraktion nicht in hohem Maße soziokulturell interagiert, der wird zwangsläufig seine persönlichen Chancen und Potenziale nutzen können. Denn Verkauf und Service ist immer neben den rein sachlichen Elementen auch die Chemie.

Also ist klar: politische Vertreter haben auf allen Ebenen die Kopplung von Gesellschaft und Wirtschaft als einzigem finanziell werteerbringendem Element der Gesellschaft die Verpflichtung effizienter zu werden und ihr „Verwaltungsgehabe“ schleunigst dranzugeben.

Politiker – vom Stadtrat bis zum EU-Präsidium – müssen sich als „Enabler“ für wirtschaftliche Prozesse vor Ort und transnational integriert verstehen, um anders und dadurch in jedem Falle besser zu performen.

Performen im Dienste der Gesellschaft und der positiven Perspektive!

Das allerdings erweist sich bis dato als eine Hoffnung. Mehr nicht, kehr man vor der eigenen politischen Haustür…

 

 

 

 

 

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Rodungen – Leserbrief zu AZ-Artikel von Peter PHILIPPEN-LINDT

Peter Philippen-Lindt
Am Lütterbüschgen 11
52072 Aachen

Aachen , den 04.03.2016

Leserbrief zu :

Aachener Zeitung, vom 22.02.2016 „Gottes Schöpfung“ oder ein Gotteshaus? und diversen Leserbriefen hierzu.

-Leserbrief-:

Anthropogenes Baumsterben in Aachen

Man muss nicht den „lieben Gott“ bemühen, um das „Geschmäckle“ zu erkennen, das manche Wege der Verwaltung umgibt. Die „vorzeitigen“ Rodungsarbeiten für das neue „Gotteshaus“ auf der ehemaligen „Ausgleichsfläche“ an der Vaalser Straße ohne rechtsverbindlichen Bebauungsplan wären bei einem privaten Bauvorhaben förderungsschädlich und auch strafrechtlich bedenklich, da der Bau und alle seine Nebenarbeiten nicht vor erteilter rechtsverbindlicher Baugenehmigung begonnen werden dürften. Für die Äußerung des Presseamtes, der Sachverhalt sei „rechtssicher genug“, findet sich juristisch z.B. im Baugesetzbuch keine belastbare Definition. Sollten für dieses Projekt entsprechende Fördermittel beantragt worden sein, so müssten diese nun versagt werden.

Interessant und für die Stadt Aachen sehr nützlich ist allerdings die Berechnung des Mehrwertes aus den Ausgleichsmaßnahmen in Verlauternheide für die Vernichtung der Baufläche für die evangelischen Kirche an der Vaalser Straße. Nach der im Artikel angeführten Meinung der Verwaltung, des Gesamtpresbyteriums und des Pfarrers wird durch dieses Vorgehen die Ökobilanz in Aachen durch die Vernichtung dieser Fläche verbessert bzw. fast verdoppelt!

Wer A sagt, sollte auch B sagen. Man stelle sich nach diesen Grundsätzen der formalen Logik einmal vor, wie Aachen ökologisch und auch ökonomisch wesentlich besser da stehen könnte, wenn man in der Stadt Aachen alles Grüne vernichten und irgendwo anders in der Peripherie (doppelt) ausgleichen würde. Dann hätte Aachen mehr investitionsförderndes Bauland in der Innenstadt und trotzdem eine, oh Wunder: „fast verdoppelte“ positive Ökobilanz. Dieser Ansatz würde auch international als exzellent und innovativ Anerkennung finden. Zudem könnten in allen zukünftigen Planungen die digital nur schwer darstellbaren Bäume, Sträucher und alles weitere Grünzeugs entfallen.

Ich könnte daraus auch noch viele weitere phantastische Visionen spinnen, käme dann aber der Wirklichkeit der Planungen in Aachen allzu gefährlich nahe.