NZZ: Das Ende der Sozialdemokratie

„Die sozialdemokratsichen Parteien Europas erleiden einen einzigartigen Niedergang. Um zu überleben, müssten sie sich neu erfinden. Doch noch suchen die Partei-Eliten ihr Heil in alten Rezepten“

„Den Sozialdemokraten ist es nicht gelungen, ihre wegbrechenden Existenzgrundlagen durch neue Ideen und Projekte … zu ersetzen“.

„Die SPD kapriziert sich und ihrem erfolglosen Vorsietzenden Gabriel wieder alle Vernunft…“

„Die in ihren hochkultivierten, metropolitischen Sphären gut abgesicherten Eliten der Sozialdemokratie vernachlessigen deshalb…“

„Die Garantie von Frieden und Sicherheit hat in einer Zeit…“

„… nationale Identitäten und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind unter dem Druck…. für viele Bürger zum Problem geworden…“

„… der Preis ist der Abschied von sozialistischen Illusionen und Identitäten…“

Link (wie man es sematisch für sich auslegen mag 😉 ):

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/leitartikel-das-ende-der-sozialdemokratie-ld.83738

Kommentar:

Durch die festzustellende „politische Karies“ der SPD, die aber auch immer mehr in der CDU zu erkennen ist, baut sich in Deutschland wie auch Westeuropa ein fulminantes Risiko des Abgleitens von Wählerschaft in politische Lager auf, das sowohl SPD unter GABRIEL wie auch CDU unter MERKEL wachrütteln sollte.

Aber, schaut man in die Legislaturen seit der Jahrtausendwende und wie aus Postulaten der Wahlkämpfe dann leere, geradezu regelmäßig hohle Versprechen resultierten, ist unvermeidbar, dass durch den Vertrauensverlust nicht nur eine Erosion bei den Wahlprozenten liegt.

Sondern vor allen Dingen: sowohl SPD und CDU zeichnen sich durch die offensichtliche alternative Konzeptionslosigkeit – also ohne Strategie und Taktik! – aus, sich im Rahmen der sich hyperdynamisch verändernden Welt anpassen zu wollen.

Politiker, die in ihre weichen Sitzkissen stilvoll furzen (sorry…) und nicht merken, wie sich die Welt verändert, zeigen, dass sie selbst nicht veränderungsfähig sind.

Und da kommt es – um an den Anfang zu kommen – zu dieser Erkenntnis:

„Wer nicht mit der Zeit geht,

der geht mit der Zeit“

Und für die SPD scheint die Zeit gekommen zu sein – LEIDER!!! – das bereits das Totenglöckchen im Walde leise zu vernehmen ist. Als nächstes ist – LEIDER!!! – die CDU an der Reihe.

Die Aufgabe der Parteiräte sämtlicher staatstragenden Parteien ist:

  • die Veränderung anzuerkennen (was aber zwingend die Erkenntnisfähigikeit sowie die Anpassungsfähigkeit bedingt; was aber vielen Polit-Apparatschiks abgeht)
  • mit den Menschen in einen ehrlichen, ergebnisoffenen Dialog zu treten, zu erfahren, wo die Baustellen der Gesellschaft sind und wie sie sich für den Einzelnen in seinem individuellen Lebenskontext darstellen
  • Abstand zu nehmen von Illusionen, sondern klug, kurz-, mittel- und langfristig ausgerichtet an wählbare Kandidatenpositionen heranzugehen.

Wenn CDU und SPD über „rechtspopulistische“ Parteien maulen, selbst aber offensichtlich nicht in der Lage sind oder, überhaupt Bereitschaft zeigen, auf ihre Wählerschaft einzugehen, dann sind sie zwingend die Treiber von extremeren politischen Tendenzen, die sie wie der Teufel das Weihwasser scheuen.

Mutmasslich scheinen aber die innerparteilichen Abhängigkeiten – „ich habe, ein Foto von Dir mein(e) Liebe(r), denk bitte daran. Nur mal so und natürlich nur gut gemeint“ – so massiv zu sein, dass jeder Versuch, einen neuen Seitschritt des politischen Balztanzes auszuprobieren, mit einem Anraunzer des politischen Tanzlehrers quittiert werden.

Und wer von seinem politischen Mandat persönlich abhängig ist, weil er / sie ansonsten nicht den Lebensstandard erreichen und leben kann, wird sehr, sehr schnell sehr einsichtig handeln (müssen).

Und da jeder sich der nächste ist, ist klar, wohin die Reise geht: in den Strudel des individuell getriebenen Interesses…

 

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Wiedervorlage, 2. November 2013 | „Wollt ihr in Aachen kein Geld verdienen?“ Der Verkehrsfrust über Aachen

Kurzmitteilung

Anstatt sich in einem gemütlichen Restaurant zu treffen, hieß es zunächst irritierend „Fastfoodrestaurant“. Nach wenigen Minuten war sofort klar, warum dies nun der Ort der Wahl war. „Weißt Du, ehrlich gesagt mir hängt Euer Verkehrschaos in Aachen einfach nur noch aus dem Hals heraus! Ich habe wirklich keinen Bock mehr darauf, mich nochmal in die Innenstadt zu quälen!“, so die Worte eines befreundeten Niederländischen Unternehmers aus der Grenzregion, der das letzte Ehemaligentreffen im Sommer in einem Restaurant sausenlassen musste, weil er nach über einer Stunde Baustellengewirr – das natürlich nicht im Navi vermerkt sein kann – und erfolgloser Parkplatzsuche enerviert abbrach. Sein Fehler war: er kam mit dem Auto und nicht dem ÖPNV oder Fahrrad…

Pointiert meinte er: „Heute, am 1. November ist ja, wie Du vielleicht weißt der ´Tag der Deutschen´. Bei uns sind die Geschäfte brechend voll gewesen und die Leute lassen ihr Geld bei uns! Und das freut uns…“.

Er bedauerte, dass Aachen verkehrstechnisch so abschreckend sei.