Feinstaubbelastung | integrierte Regionalentwicklung | Flächennutzungsplan

Aachen leidet bekanntermassen unter „dicker Luft“, die wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Folge anerkanntermassen und grundsätzlich das Erkrankungs- und Todesrisiko für die Menschen – aber auch Tiere – bedeutet.

Man will kommunalerseits nicht die Umweltzone. Auch zaudert man, wie jüngst in der Aachener Zeitung veröffentlicht, den Busverkehr in Aachen, der von der ASEAG organisiert wird, nicht so sicherzustellen, dass ausschliesslich Busse – inkl. externen Unternehmen – eingesetzt werden, die zwingend die Abgasnorm „4“, die „Grüne Plakette“ erfüllen.

Dann plant man in Bezug auf die Stadtplanung und den Flächennutzungsplan so, dass man Aachen wie Berlin zu Zeiten des kalten Krieges als eingegrenzte Stadt versteht, sieht und dem entsprechend „verplant“.

Deshalb sollte vor irgendwelchen Festlegungen von Nutzungsplänen der politische Entscheid getroffen werden, den Flächennutzungsplan ZWINGEND integriert mit – und nicht ohne – die Städteregion Aachen zu gestalten.

Dies brächte wirtschaftlich, verkehrstechnisch, universitär und letztlich auch „lufttechnisch“ für die Menschen in Aachen mehr frische Luft. Denn, man könnte bestimmte, emissionsorientierte Produktionsanlagen und zum Beispiel dadurch auch folgende, den Güterkraftverkehr aus dem Stadtbereich fernhalten. Dies würde auch dem Verkehrsfluss dienen.

Man sollte im Rathaus einmal darüber nachdenken, ob das „quasi extraterritoriale“ Denken und Handeln im Gesamtsystem Städteregion Aachen in verschiedener Hinsicht nicht für alle Bürger der Region besser und sinnvoller sei. Sich politisch im „Talkessel“ ohne planerische Integration mit dem Umland zu verstehen, das sind Denkweisen des 17. Jahrhunderts, als die Welt am Dorfrand aufhörte.

Stadtentwicklung und damit die Festlegung des Flächennutzungsplanes (FNP) isoliert zu sehen, verstehen und dann auch noch umzusetzen zeugt von sehr wenig planerischer und politischer Weitsicht.

Und so braucht man sich auf dem Markt nicht wundern, wenn das Aachener Umland – in der Städteregion – in Sachen Unternehmen, Wohnen und Verkehr ordentlich Punkte sammelt. Punkte in dem Sinne, dass dort mit den Füssen abgestimmt wird und sich die Dinge in das Umland bewegen.

 

 

 

 

 

 

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Harndrang, Städtetour und Fernfahrerklo. Häääähh? Ja!

Miteinander zu reden ist immer gut. Wenn die Wellenlänge stimmt, gibt ein Wort und ein Argument das andere. Die Zeit verfliegt förmlich und, nicht selten sind solche Zufallsgespräche eine erkenntnisreiche Bereicherchung, die man erst aus dem Zusammenhang heraus erkennen kann. Plausibel und von Relevanz.

Dieser Tage im Bereich Elisenbrunnen habe ich auf einen Bekannten gewartet. Etwas schinant frug mich ein sehr gepflegter Herr mit Zuckerrohr-Gehstock, einem schönen „cane“, wohl um Mitte 60 und auf Englisch, ob ich möglicherweise sein Idiom verstünde. „Of course, sir! How can I help you?“. In stilvollem Oxford-Englisch und sehr gewählt im Ausdruck, frug er nach einem öffentlichen WC. Mit Erleichterung konnte ich ihm sofort helfen und mit einem Fingerzeig den Weg zur Hartmannstrasse weisen: „If you may look just across the street, this British Racing Green box with displays…“

Mit einem freundlichen Kopfnicken und Lächeln bedankte er sich und meinte bei der nach kurzer Konversation bei der Verabschiedung, dass Städtereisen in Deutschland bisweilen „quite an experience“ seien und manchmal auch „complicated“. Besonders, „if the weather is a little bit chilly“.

Mein unverkennbar rätselnder Blick veranlasste ihn zu einer ergänzenden Anregung: „Young man, if you are 60, 65 or, 70 years old, sightseeing looks different. You might be well advised to consider these kind of green boxes beforehand. They may eventually even decide about the route, you take through a city.“. Eine plausible Anmerkung und logisch betrachtet, relevant. Ein sinnvoller Hinweis, der auch für die Stadtväter und Stadtmütter in Politik und Verwaltung wichtig sein könnte, um die Attraktivität der Stadt zu verbessern…

Im Weggehen meinte er, dass es sich vielleicht eben nicht alle „pensioneers“ leisten könnten, irgendwo einzukehren, sondern, dass sie bisweilen gezwungen sein,  ihren Proviant mitzunehmen, was „now and then“, das Verhalten beeinflusste. Dies sollten die Kommunen vielleicht auch einmal bei ihrer Planung der „public infrastructure“ bedenken und berücksichtigen.

Abwegig ist dies tatsächlich nicht. Denn solche mit Humor geführten, erhellenden Gespräche schärfen kurz danach auch den Blick. Und tatsächlich, wenn man durch Aachen geht, ist es das Angebot „öffentlich zugänglicher Nasszellen“ als „übersichtlich“ zu umschreiben. Und, seine Bemerkung zu den Benutzungsgebühren schlugen den Bogen zu einem Thema, das die Fernfahrer heutzutage nicht minder betrifft.

„´t may sound a little strange, but…“ – Fernfahrer stehen heute mehr denn je unter Zeitdruck. Und, durch die Marktöffnung des Transportgewerbes quer durch die EU, steigt der Lohndruck massiv an. „Reisende Sklaven“, werden die Fernfahrer – oft aus Südosteuropa – genannt, die nicht selten Monate lang kreuz und quer durch Europa, fernab der Familie, „gekarrt“ werden, um Lkw-Fahrten zu absolvieren. Fliegender Fahrerwechsel mit dem Bully. Und dies bei einem sehr dürftigen Lohn. Das Lohndumping auf dieser Seite, verbunden mit dem Lohndruck auf der anderen Seite, führt zu schwindenden Einkünften die dazu führen, dass Fernfahrer den Euro mehrfach umdrehen müssen, um über die Runden zu kommen. Die Luft wird bei steigendem Druck „enger“.

Ihr Arbeistplatz sind die Fernstrassen. Wenn wieder die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit ruft, dann heisst es, den nächsten Parkplatz anfahren zu müssen, um die vorgeschriebene Ruhezeit einhalten zu können. Und das heisst für das Einkommen, dass die notwendigen „bathrooms“ mittlerweile zum Kostenfaktor geworden sind, weil immer mehr Raststätten eine Gebühr erheben, die sich über den Monat gerechnet zu einem nicht unerheblichen Geldbetrag summiert. Auch wenn man 50- oder 70-Cent wieder einlösen kann, so stehen denen nicht niedrige Preise entgegen. Also auch hier ein „öffentliches Strukturproblem.“

Eines, das man auch in Aachen feststellen kann.

An dem früheren Grenzübergang der Autobahn von Aachen in Richtung Lüttich, „Aachen Lichtenbusch“ könnten eine Reihe von Lkw-Fahrern bei der vorhandenen Struktur zwecks Einhaltung ihrer Ruhezeiten dort parken. Aber, das funktioniert „so“ nicht.

Allerdings sind dort die so dringend benötigten Lkw-Parkplätze mittelbar gesperrt. Der Stadt Aachen, die sich um die Sauberkeit und „Grün-Bewirtschaftung“ dort kümmern muss, muss selbst auf die Kosten achten und schafft es nicht, dort regelmässig für Ordnung zu sorgen…

Und das geht zu Lasten der Sicherheit auf den Strassen. Eine „tour d´horizon“, die skurril klingt, dennoch plausibel ist und der Realität zu entsprechen scheint…

Auch die „schrägen Themen“ gehören zum Leben einer Stadt.