Aachen, Bundespolizei erhält Verstärkung

Die Direktion der Bundespolizei, die für Aachen zuständig ist, soll neue Kräfte erhalten.

An der Bayerischen Grenze waren – zumindest vor wenigen Wochen – rund die Hälfte der Kräfte abkommandiert gewesen. Die Überstunden und die Belastung durch den Einsatz dürften nur teilweise kompensiert werden können. Der Abbau von geleisteten Überstunden dürfte auf Grund des Dienstrechts noch eine ganze Weile zu Buche schlagen. Auch darf man nicht ausschließen, daß durch die Belastungen Krankschreibungen oder gar Kuren die Konsequenz sein werden.

Die Abstinenz der Bundespolizei ist zu spüren gewesen und man spürt es auch weiterhin. Am Kaiserplatz, dem regionalen Zentrum des Drogenelends in der gesamten Städteregion Aachen, ist das Gewusele festzustellen.

Viele Bewohner und Gäste, die die Ecke kennen, berichten, dass es am Kaiserplatz „wuseliger“ geworden ist.

Ältere Menschen sind froh, dass die Sonne nun später untergeht. Dies aus dem Grunde, weil nicht wenige Ältere von der Sorge geprägt sind, nach Einbruch der Dunkelheit ihren Haushalt zu verlassen.

„Bei Dunkelheit gehe ich nicht mehr vor die Tür!“

Dieser bittere Spruch ist nicht nur dahergesagt, sondern, er ist tägliche Realität für viele Senioren im Viertel, denen somit ein Teil ihrer verfassungsmäßigen Freiheit genommen wird. Denn, wer bei Eintritt der Dunkelheit begründet Angst haben muß, vor die Tür zu gehen, ist ipso facto in seiner Freiheit eingeschränkt.

Bei den Belagerungszuständen von Hauseingängen von Privathäusern – mit allen damit verbundenen Folgen – scheint es so zu sein, daß eine Entspannung greift. Allerdings muß man sagen, kann man erst dann begründet von einer „Entspannung“ sprechen, wenn Ansammlungen vor Privathäusern untersagt sind und konsequenzt geahndet werden.

So lange Menschen im Viertel bei Eintritt der Dunkelheit in ihren Wohnungen sein wollen, weil sie sonst Angst vor Übergriffen haben, so lange muss man sagen, ist die Welt am Kaiserplatz absolut nicht in Ordnung.

Spielregeln müssen eingehalten oder sanktioniert werden!

Dazu gehört es auch, daß „Ansammlungen“ in Häuserecken oder Straßenbereichen systematisch durch „behördliche Ansprachen“, die rechtlich möglich sind, zuverläßig zu verhindern.

Man muß eines auch bedenken: Menschen, die auf Grund ihrer Sucht der Hilfe bedürfen, müßen entsprechend betreut werden. Bei über 3.000 Schwerstabhängigen ist das natürlich eine enorme Herausforderung.

Hier sei die Fußnote erwähnt, dass sich die Städteregion Aachen sehr bequem einen „schlanken Fuß gemacht hat“ und sich die Stadt Aachen über den Tisch ziehen ließ. Denn durch die Aufgabe des Aachener Gesundheitsamtes mit dem Übergang desselben in die Strukturen der Städteregion, hat die Stadt Aachen – auch politisch zu bewerten – ihr eigenes Handlungsvermögen aufgegeben.

Klar ist, wenn man nicht mehr selbst in seiner Körperschaft Öffentlichen Rechts (KÖR) sagen darf, was zu tun und zu lassen ist, sondern andere bestimmen – die Städteregion Aachen – dass die sich gerne darum bemüht, Aachen als Zentrum des Drogenmanagements zu klassifizieren und zunächst plausibel klingend, zu unterstreichen, wie sinnvoll doch die zentrale Gestaltung des gesellschaftsproblematischen Themas Sucht in einer Kommune zu ballen sei.

Nur, daß die Menschen in der Kommune eine besondere Last haben und auch den Abhängigen absolut nicht durch solche Konzentrationen geholfen wird, das wird geflissentlich ignoriert.

Der Drogentourismus nach Aachen muß von dem Rat der Stadt Aachen auf den Prüfstand gestellt werden!

Es muß eine gerechte, der Bevölkerungsanzahl entsprechenden Betreuung in der Städteregion unverzüglich erfolgen. Denn auch nicht zu unterschätzen sind die Kosten, die sich aus der Fragestellung der Betreuung ergeben, damit die Frage, aus welchen Töpfen die Sozialkosten bezahlt werden.

Aachen ist eh schon am finanziellen Limit und wenn man sich die marode Infrastruktur mit täglich neu auftauchenden Stolperfallen in den Bürgersteigen anschaut, dann muß die Stadt Aachen sich damit auseinandersetzen, die gerechte, damit proportionale Lastenverteilung – i.S. der Finanzen und Sozialstrukturen gleichermaßen – sicherzustellen.

Viele Bürger haben von dem immer mehr baulich verwahrlosenden Erscheinungsbild die Nase voll. Auch den Risiken wie dem Stolpern und der Angst, Opfer von Angriffen zu werden, wenn es dunkel ist.

Angst ist immateriell, aber evident. Das heißt, Ängste vielleicht als ein „unbegründetes Empfinden“ zu qualifizieren, wie das bisweilen in der Vergangenheit geschah, das ist sogar noch kontraproduktiv!

Der Sobotnik am 9. April, bei dem der Besen für eine saubere Stadt geschwungen werden wird, sollte auch als Startpunkt verstanden werden, dass sich die Stadt Aachen gegen die Domination der Städteregion Aachen erwehrt!

 

 

 

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