Tihange – für den Forschungsstandort Aachen ein statistisches Risiko

Man muß die Logik und Statistik bemühen, um zu dieser Aussage zu kommen. Denn, wenn das statistische Risiko einer Tihange-Havarie ungleich Null ist (inkl. der Annahme, dass in dem Falle der Wind genau gegen Aachen bläst), dann ist auch der Forschungsstandort Aachen im Grund für immer und ewig abzuschreiben.

https://kaiserplatzaachen.wordpress.com/2016/10/30/reaktorhavarie-tihange-behoerdenkommunikation-deutschlandfunk-sendebeitrag/

Denn: durch die in der Diskussion um die Unbewohnbarkeit gem. Deutschlandfunk zu bewerten, ist die Handlungskonsequenz für Aachen, daß Institutionen und Unternehmen im Sinne professionellen Risikomanagements bei Forschungs- und Industrieprojekten, die Risiken abwägen und v.a. bei Neuprojekten Regionen und Orte nach Kriterien des Risikomanagements aussuchen könnten. Erdbeben, Stürme, Hochwasser etc. gehört in den Katalog der Standortgrausamkeiten, die Standortförderer unverzichtbar bearbeiten müssen. Auch, im Rahmen ihrer Pläne – sofern möglich – zu kompensieren haben.

Da aber ionisierende Strahlung schlimmer als jede Flut, jeder Sturm und jede Insektenplage biblischen Ausmaßes ist, wie man in Fukushima und Tschernobil mit dem Geiger-Zähler messen kann, ist klar, schönreden kann es nicht geben.

Um Aachen nicht mit seiner „Kehle“ an das Messer des Standortwettbewerbs  zu führen – rein statistisch bewertet – sind die Stadt Aachen und die Städteregion Aachen mit dem Land NRW und der Bundesregierung gezwungen, unverzüglich transnational agieren zu müssen.

Hier ist dann Herr Oberbürgermeister Marcel Philipp gefordert, der seinen Parteikollegen Armin LASCHET, der in Berlin sein Regierungsbüro hat, anzufeuern, eine Motion in Gang zu setzen, die transnational Verhandlungen mit Belgien vorsieht.

Da Aachen noch seinen zweiten hochpolitischen Standortvorteil vom anderen Ende des politischen Spektrums mit europäischer Durchschlagskraft und Macht hat – Herr Präsidenten Martin SCHULZ, der sogar als MERKEL-Erbe der SPD nicht ausgeschloßen worden ist, ist klar, dass die beiden Städteregion Aachen Protagonisten aktiv werden müssen.

Und da hilft nicht, mit Eloquenz vor Kameras in die akustischen Lutscher zu blubbern, sondern aufzustehen, die Institutionen Europas und der Staaten auf Trab zu bringen. Da man mutmaßlich auf Grund des Baujahrs von Tihange kein angemessenes technolgisches Refurbishment mehr realisieren können dürfte, müssen die beiden halt herzhaft in den sauren europapolitischen Apfel beißen und mit Oberbürgermeister Marcel PHILIPP endlich Zähne in Brüssel zeigen. So oder so, denn Brüssel ist nunmal die Anlaufstelle der belgischen wie auch europäischen Regierung, um es mal so, lari fari zu subsummieren.

Nur „Mulle“ und nicht wirklich den Herd unter den politischen Töpfen anzufeuern, das wäre politische Feigheit gegen das Volk – inklusive der Ostbelgier und Südlimburger – die sich unter strahlender Zukunft wohl auch etwas anderes vorstellen. Aber, das ist ein anderes Thema, nämlich der erfolgreichen Standort-, somit Wirtschaftspolitik.

Weglächeln kann man die ganze Sache nicht von Aachen aus.

Die Oberpolitiker der Region müssen nun einmal, wenn sie es ehrlich meinen, wenn es um Tihange geht, aufstehen, sich anlegen und durchaus das politische Panoptikum mal aufmischen.

Entweder will man Tihange politisch nicht – dann sollen alle Verantwortlichen, die wiedergewählt werden wollen, von ihren Sitzkissen aufstehen – oder, wenn sie nicht willens sind, sagen „Sorry, wir sehen die statistischen Risiken statistisch so vernachlässigbar, dass es ehrlich müßig ist, hier seine Energie einzubringen. Wir strahlen auch ohne Tihange. In die Kameras des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks!“.

Rumeiern gilt nicht – Handeln zählt. Also ist es unverzichtbar, dass die Aachener Polit-Triade LASCHET-SCHULZ-PHILIPP das „Aachener Manifest 2016“ auf den Weg bringen.

Für die reichlich rundgelaufene, konturlos gewordene, weichspülerische Aachener CDU, die bei den nächsten Wahlen auf Grund ihres weniger erkennbareren und nicht richtig faßbaren Profils in der Defensive wiederfinden dürfte, sollte eigentlich der Kampfesgeist für Aachen, die Städteregion und NRW entbrennen!

Mit Mut und vor allem dem Versuch, es mit politischer Ehrlichkeit über Parteigrenzen hinweg zu substantiieren, qualifizieren und so ein Signal zu setzen.

Aber, da fehlt wahrscheinlich die Energie, Kraft und Weitsicht, so etwas wie ein paneuropäisches Fanal auszusenden. Gäbe es Kaiser Karl, der heute ein gebürtiger Belgier wäre, er hätte mit seinem Macht- und Politikinstinkt mit absoluter Sicherheit sein Ross und seinen Tross mobilisiert, um ein meritenreiches staatspolitisches Projekt durchzusetzen.

Anstatt dessen, geht die heutige politische Elite eben Himeeren im Öcher Bösch pflücken und redet einfach nur zu viel über den Protest, nicht aber das eigene, belegbare Tun…

Schönen, strahlenden Sonnensonntag dann noch!

 

 

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