Polizeieinsatz, Krankenwagen – Kaiserplatz zur besten Sendezeit…

Ein Krankenwagen mit Polizeibegleitung war eine der Konsequenzen des Polizeieinsatzes am Kaiserplatz, der sich um die allerbeste Sendezeit – 20h15m – am Kaiserplatz abgespielt  hat.

Am berühmt berüchtigten Wartehäuschen der ASEAG am Reiterdenkmal könnte sich der Stress entzündet haben, weil dort der Krankenwagen zunächst stand. Die Situation war so gewesen, dass eines der Polizeifahrzeuge schnurstraks von der Wilhelmstraße mit Blaulicht kommend zum Krankenwagen raste.

Wenn seitens der Stadt Aachen insinnuiert wird, dass sich die Situation am Kaiserplatz doch verbessert habe, dann irrt sie gewaltig.

Wenn immer mehr Obdachlose in den Eingängen von Liegenschaften im Großraum um den Kaiserplatz in Schlafsäcken campieren, Touristen entsetzt über die Verwahrlosung  und das auch teil aggressive Betteln am hellichten Tage sind, dann sollte man sich doch einmal ernsthaft Gedanken darüber machen, was man vielleicht veränder sollte.

Die Verelendung und ihre Folgen, aber auch die Angst unter Touristen ist in verschiedenen Sprachen, aber auch Reaktionen zu erkennen. Von Erschütterung bis Ekel.

Die niederländische Zeitung „De Limburger“ hat sich, wie in der Ausgabe vom Freitag, 13. August 2016 zu erkennen, die umfangreiche Mühe gemacht, auch die Belange und die Beurteilung von Süchtigen anzuhören und darüber zu schreiben. Es wäre allerhöchste Zeit für alle diejenigen in den Führungsetagen, die sich mit der Frage des Suchtmanagements in und für Aachen befassen, damit also ihren Lebensunterhalt verdienen, von den Kirchen, dem Staat und den Sozialträgern finanziert werden, zu überprüfen, ob sie nocht zeitgemäß handeln.

Weiterhin darauf beharren zu wollen – wie das im Artikel zu lesen war – den Kaiserplatz und das weiträumig marodisierte Umfeld im Grunde wie bisher „managen“ zu wollen, wird unabwendbar zu einer immer stärker führenden Erosion der wirtschaftlichen Basis des Handels führen.

Denn: welche Touristen und Einkaufstouristen sollen so verrückt sein, ihre heute immer knapper gewordene Erholungszeit in einem Umfeld von  Verelendung, Verwahrlosung, menschlich massivsten, schmerzenden Elend, aber auch Kriminalität, die auch Körperverletzung als Risiko nicht ausschließt, verbringen zu wollen.

Zwei Reaktionen sind immer häufiger zu beobachten:

1. ) Handtaschen werden vom Ellebogen an den Körper gepresst

2.) Menschen schauen sich ihr direktes Umfeld aktiv an. Sie „scannen“ gewissermaßen ihr Umfeld.

Bei rund 3.000 Schwerstabhängigen in der Stadt Aachen, die aber von der Städteregion Aachen letztlich „gemanaged“ werden, sollte sich die politische Spitze Aachens ernsthaft überlegen, ob sie – für eine viertel Million Bürger Aachens stehend – dem Städteregionsrat ETSCHENBERG, dem das Gesundheitsamt bei der Städteregion Aachen unsterstellt ist, proportional rund 1.500 Schwerstabhängige in die Städteregion übergibt. Denn gerade die Kleinteiligkeit von Kommunen erlaubt es, die Anonymität besser aufbrechen zu können.

Die frühere Drogenberatung in Eschweiler, die sehr klar geführt worden ist, belegte, dass Hilfe und Umfeld sehr wohl funktionieren können – wenn man es will und, wenn man es kann…

Wenn weiterhin nach einer halben Menschengeneration das Desolate, das Elend, die Kriminalität, die Verwahrlosung Charakteristika der Stadt Aachen beeinflußen, dann fragen sich Bürger, Touristen und Unternehmer, ob all das wirklich so im Sinne aller ist, oder nicht?

 

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