Akustische und faunistische Fragen in Bezug auf Windparkgenehmigungen und -betrieb

Allgemeine Fragen in Sachen Genehmigungsverfahren von Windparks

 

in Sachen Windkraft darf man nicht versäumen, diesen Artikel als Lesereferenz anzusenden:

http://www.telegraph.co.uk/comment/9559656/Germanys-wind-power-chaos-should-be-a-warning-to-the-UK.html

Wenn man alleine schon im Bereich der Technischen Akustik die Faktenlage überprüft, welche schalltechnischen Auswirkungen Anlagen haben, dann bleibt es einem nur übrig zu sagen: vor jeder Genehmigung muss im Grunde zwingend eine messtechnisch wissenschaftlich fundierte vor-Ort-Begutachtung – in Wissenschaftlerdeutsch „in-situ-Studie“ als unverzichtbare Zulassungsvoraussetzung, – somit mandatorisch –  von gerichtlich bestellten, vereidigten Öffentlichen Gutachtern erfolgen.

Denn folgende – angerissen – in-situ-Elemente sind relevant für die Akustik und die Wirkung auf Mensch und Tier:

1.) Topologie: flach, hügelig?

2.) Vegetation: Wald? Wiesen? Brachlandschaft? Wasserflächen?

3.) Meterologie:

Windaufkommen? Windrichtung? Windstärken? Statistisch und i.S. der 3.1.) Meterologie als Wissenschaft: welche zeitliche Periode muss man in Bezug auf die Windsitutation über welchen mehrjährigen Zeitraum verifiziert [sic!] haben, um valable, damit robuste Aussagen zu einer möglichen Windernte zu kommen? Anmerkung: schaut man sich alleine die jährliche Sommerdiskussion an, ob es zu heiß, zu trocken, zu nass zu windig war: hier redet man ZWINGEND nicht von wenigen Jahren, sondern von Dekaden. D.h. konkret, wie lange ist der statistisch manifestierte Zeitraum in dem sich die Vielfalt der Wetterlagen so wiederholt, dass man a.) sämtliche möglichen Wetterlagen erfasst hat und b.) dass sämtliche möglichen Wetterlagen in ihrer Häufigkeit und Stärke sozusagen „reproduzierbar“ statistisch sicher manifestiert worden sind.

4.) Faunistik/Geologie / Fundamentierung – Schwingung/Akustik: sind die Windturbinen festigkeitsdynamisch so ausgelegt, dass bei ihrer vorgesehenen Fundamentierung keine Schwingungen in das direkt angrenzende Erdreich gelangen? Die Frage des so genannten „Körperschalls“ im Erdreich. Dessen Frequenz, Dämpfung/Reichweite etc.

Das ist zum Beispiel in Bezug auf im Boden lebende Tiere von Bedeutung: werden sie oder werden sie nicht durch die Fundamentierung und die Verbindung mit dem Erdreich „akustisch belästigt?“.

Hier kommt zwingend die Frage des Tierschutzes mit seinen Rechtsgebieten in Frage. Z.B. auch das Artenschutzabkommen. Die Frage ist also: sind bei den Planungen der Windkraftanlagen qualifizierte, unabhängige faunistische Gutachten von entsprechend gerichtszugelassenen unabhängigen Biologen / Faunisten veranlasst und durchgeführt worden oder nicht?

So stellt sich im Sinne des Körperschalls über die massive Fundamentierung die Frage der Ausbreitung und Dämpfung der Vibrationen im Untergrund. Auf Grund der niederfrequenten Charakteristik der Drehzahlen und der Einspannung des Turms in das Fundament ist nicht auszuschließen, dass es eine große akustische Wirkweite des Körperschalls gibt, bei der messtechnisch die Frequenz-abhängige und somit invers, Wellenlängen-abhängige Festlegung der Messstellen in einem dreidimensionalen Messpunkte-Netz zwingend erforderlich.

Dem entsprechend auch die reale Vermessung / Berechnung /Simulation der so genannten „Akustischen Signatur“ in der Luft und im Erdreich; z.B. auch in der Nähe angrenzender stehender oder fließender Gewässer.

Dies in Abhängigkeit von Windstärke, Windrichtung, relativer Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Strömung –> laminar oder turbulent, Niederschläge, Nebel etc.

Es steht im sachlichen Zweifel, dass derartige akusto-physikalische Messungen und Simulationen ex-ante amtlich als Grundlage des Verfahrens veranlasst worden sind!

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