Kommentar von: http://ereigniszeit.wordpress.com

Unter Kommentar am 4. März bei uns gepostet | Nun nochmal mit „Turbo“ als Beitrag.

Vielen Dank für Ihre Zeilen!

lindauhorst | 1lma2@gmx.net | http://ereigniszeit.wordpress.com |

Sehr weit sind wir im Grunde nicht auseinander (siehe meine „Dreizehn Fragen an Frau Merkel“ unter „Flüchtlingskrise“; allerdings halte ich Frau Merkel eher zugute, dass sie sich persönlich in ihrem Verhalten zurücknimmt und zurückhält, im Interesse ihrer Zielsetzung; nicht Selbstherrlichkeit, sondern „Stille Überzeugtheit“ halte ich ihr vor, eine Form von Sturheit, die auch zu keinem besseren Ergebnis führt als jegliche demokratische Abstimmung, einfach deshalb, weil niemand in die Zukunft schauen kann, „Handeln“ also häufig zu einem ganz anderen Ergebnis führt als beabsichtigt, weil wir Alle nicht den vollen Überblick haben können, niemand. Aber: wenn schon „überzeugt“ vom eigenen Weg, dann muesste konsequent und hochfrequent direkt informiert werden, nicht einfach nur gehandelt. Das Bemühen um ein „Miteinander“ kann niemals falsch sein, nicht einmal, wenn man diesen Weg allein geht, weil alle anderen egoistisch schmollen. Schlimm ist nicht der Alleingang, sondern das hässliche Gesicht Europas, das Eigensucht, Neonationalismus, fatale Kurzsichtigkeit ausdrückt, die vorgefasste Entscheidung, dass ein „Miteinander“ nicht wirklich ernst gemeint ist in der EU. Das „Miteinander“ wäre aber der Weg nach vorne. Was das „Gegeneinander“ in Europa und in der Welt bringt, haben unsere Vorfahren sattsam erleiden müssen. Mangelnde Kommunikation ist es also vor allem, was ich Frau Merkel vorhalte, nicht Mangel an gutem Willen. Und weil Sie den Standpunkt aus britischer Perspektive ansprechen: die Briten sind am unverhohlensten von allen egozentrisch, machen erklärtermaßen nur dort mit, wo sie einen eigenen Vorteil sehen.

Allerdings decken sie mit ihrer Kritik an der EU pointierter als jeder Kontinentaleuropäer die Schwächen der EU-Führung auf, Schwächen der global-staatsmännischen Perspektive. Letztere würde sich auch in Vorausbauen und -denken geäußert haben, z.B. in der Syrien-Frage. Aber hier schließt sich der Kreis des gegenseitigen Taktierens und Belügens aller Länder, nicht nur der EU-Partnerstaaten, die jeweils vorwiegend ihre eigenen Interessen kleinkrämerisch verfolgen und damit den Vorteil der Gemeinsamkeit verspielen, die Welt immer wieder, eitel und kurzsichtig, ja tollwütig, an den Rand eines Krieges bringen.

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