Dunkle Wolken über Hellas´ Festland – Bericht aus Pilion

Auf dem Griechischen Festland ist wirtschaftlich uns sozialpolitisch das Zähneklappern angesagt. Ein Mitglied kam soeben aus seinem zigsten Griechenlandurlaub vom Festland zurück, wo er seit weit über 25 Jahren private Freundschaft pflegt.

Auf den Punkt gebracht, sieht er eine absolute Perspektivlosigkeit auf dem Griechischen Festland. Das ist in einer in Bezug auf den Tourismus deutlich desolateren Lage, als auf den verschiedene Inseln Griechenlands.

Rettet Europa durch Vernunft und das Anerkennen von Unterschieden! Denn Europa ist viel zu schade, um Dogmen zum Opfer zu fallen!

Rettet Europa durch Vernunft und das Anerkennen von Unterschieden!
Denn Europa ist viel zu schade, um Dogmen zum Opfer zu fallen!

So war – bisher noch nicht dagewesen – über das Griechische Pfingsten der Bettenwechsel, der gleichzeitig die Hochsaison einleutet, dadurch geprägt, dass es sehr leer in den Pensionen und Hotel wurde. Die oft serbischen Urlauber, die über den Landweg vergleichbar wie von Aachen nach Tirol in den Urlaub nach Griechenland fahren, hielten diesesmal, so seine Feststellung, die Rote Laterne in der Hand.

Nicht wie üblich, folgten die Touristen aus den Länderen mit höherem Einkommen, sondern vilerorten kaum noch welche.

„Und, was ich absolut besorgniserregend ansehe, das ist, dass sich die jungen Menschen Griechenlands mittlerweile oft nicht einmal mehr eine kurze Sommerfrische leisten können“, so H.P.

Für ihn sind das Zeichen einer Krise, die längst nicht beendet ist, sondern, die möglicherweise noch „eine weitere zersetzende Wirkung zeigt, weil die unermessliche, traurig stimmende Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen, die die Zukunft ihres Landes sind, ihr Land immer häufiger verlassen. Dies, in der Hoffnung, fernab von Heimat und Familie eine Chance zu erarbeiten, sich eine Existenz aufbauen zu können.“

Sein bitteres Resumée als Anfang-70-Jähriger ist, „dass die Zukunft Griechenlands bereits auf dem Rückzug ist und es sich leider keinerlei strukturelle Perspektiven auf dem Festland abzeichnen, die begründet Hoffnung geben könnten, dort einer ausharrenden, geduldigen Jugend realistische Möglichkeiten bieten zu können.“

Dies deckt sich wesentlich mit der Feststellung eines Mitglieds – Hellene seines Zeichens – der bereits im vergangenen Jahr nüchtern für Griechenland bilanzierte, dass man viele Strände, blaues Meer, Sonne und gutes Essen habe, „aber ansonsten fehlt es an anderen Perspektiven der griechischen Volkswirtschaft, die wesentlich vom Tourismus abhängig ist.“

Wenn nun durch die strukturelle Schwäche in diversenen Gebieten des Hellenischen Festlands auch noch die Perspektiven in Sachen Urlaub wegbrechen, „dann ist klar, dass auch noch der letzte Rest wirtschaftlicher Kraft ausbluten wird“, H.P.

Die Möglichkeit, die man früher gehabt hat, die Drachme nötigenfalls abzuwerten und so für einen fiskalpolitischen Druckausgleich sorgen zu können, ist von Brüssel und der EZB ins Nichts geschickt worden.

So gesehen, ist die in der zuvor veröffentichten OTS-Mitteilung verlautbare wirtschaftspolitische Meinung von Professor Werner SINN, den Maastricht-Vertrag im Sinne einer Änderungskündigung durch Deutschland auch ein Weg, Staaten wie Griechenland ein Druckablassventil an die Hand geben zu können.

Denn: wenn ein Vertragswerk nicht hinreichend die Heterogenität der Staaten mit ihren Volkswirtschaften im Stande ist, abzubilden, sprich, für zumindest einen halbwegs erträglichen status quo zu garantieren, dann ist klar, dass eigentlich sogar sämtliche paneuropäischen, transnationalen wie auch bilateralen Verträge nicht mehr das Papier wert sein können, auf dem sie gedruckt worden sind.

Eine „Vertragsstatik“, die nicht im Stande ist, nationale, regionale und wirtschaftssektorielle Entwicklungen stabil zu halten, sondern die Volkswirtschaften jeweils für sich schwächen, sind somit absolut inkonsistent, da schädlich.

Es ist wie ein Kreislaufsystem, das auf einmal an Gefässverengungen leidet, die Pumpe unnötigerweise gegen Widerstände arbeiten läßt, die dann zum Infarkt führen.

Und das Cholesterin des Wirtschaftssystem ist der EURO, eine geradezu synthetische Währung, die durch den BREXIT und weitere Umbrüche sicherlich noch einige harten Wellenritte mitmachen wird.

Und so darf man gespannt sein, wie lange dieses Brüssler Apoditkum JUNCKERs noch verteidigt werden kann:

http://www.nzz.ch/nach-brexit-juncker-schliesst-fuer-eu-reform-vertragsaenderungen-aus-ld.92718

Mit dem Volksentscheid am 2. Oktober 2016 seitens Ungarns in Bezug der Flüchtlingspolitik, dürften zudem weitere Kräfte politisch absorbiert werden.

Es wirkt wie ein chinesischer Tellertänzer im Rausch, der sich zu viele Stangen auf seinen Körper gestellt hat und nun nicht umherkommt, sich eingestehen zu müssen, sich doch zu viel zugetraut zu haben…

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