Zur neo-sozialistischen Formensprache der Energiewende-Architektur

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Willkommen in der neo-sozialistischen Formensprache des neuen Plattenbaus!

Kommunikativ muss es heutzutage für Auftraggeber und gut ausgebildete Architekten eine quälende Kraftanstrengung sein, wenn zum Beispiel ein politisches Gremium die zähe sprachliche Begründung für die Auswahl eines architektonischen Ensembles oder Solitärs im Rahmen eines Wettbewerbs zu verteidigen hat.

Längst diktiert nämlich die Energiewende den Architekten ihre neo-sozialistische Formensprache – den „gedämmten Kubismus“ – Länge, mal Breite, mal Höhe – der einzige Freiraum, der bleibt, ist die Gestaltung der Löcher, die zu Fenstern werden. Auch Satteldächer werden in manchen Regionen zur Ausnahme…

Und täglich grüßt das neo-sozialistische-Stadtentwicklungs-Planquadrat der blutleeren Energiewende-Architektur. WEISS - mal in Dur, mal in Moll und viele haben die Schnauze jetzt schon voll...

Und täglich grüßt das neo-sozialistische-Stadtentwicklungs-Planquadrat der blutleeren Energiewende-Architektur.
WEISS – mal in Dur, mal in Moll und viele haben die Schnauze jetzt schon voll…

Die meisten Blätter der Skizzenbücher der Architekten, die kreative, offene, phantasievolle Menschen sind, bleiben heute durch das normative Staatsdiktat der inkonsistenen Energiewende-Eiferei frei von sprudelnden kreativen Ideen, weil letztlich die Energiewende und die Physik den Bleistift führen.

Schade ist es also, dass Häuser nur noch Kästen mit Löchern, die mit Glas gefüllt sind und Architekten immer weniger ihren Sinn für Ästhetik jenseits der revitalisierten Plattenbau-Architektur entfalten können. Und, dass sie je nach Lage zur Aufzuchtstation von Algen werden – wenigstens ein Indiz dafür, dass zumindest die Aussenhülle nicht mit zu viel Chemikalien versehen worden sein dürfte.

Heute ist es so, dass lediglich in der symmetrischen oder asymmetrischen Positionierung von Laibungen und Stürzen der Architektenschaft der Raum bleibt, ihre Handschrift festlegen zu können, zu kommunizieren. Aufgerichtete Baugespanne könnten es vorab dem Umfeld erlauben, die Bau-Hülle nach außen hin sichtbar werden zu lassen. Und wenn es durch eine Fotografie geschieht, die vermittels eines Foto-Bearbeitungsprogramms ein Morphing der Realität gestattet: Zwischen den Fensterlöchern wird mit dem Computer alles weiß ausgemalt und fertig ist das Gesicht des modernen Hauses. Vielleicht nur noch nuanciert durch Sonderfarbtöne mit Aufpreis für industrielle Fenstermassenware. Wenigstens ein letzter Rest architektonischer Handschrift und Freiheit.

Und, so manche modernen Wohnbauareale heutiger Provinienz vermögen den sanierten Plattenbausiedlungen der DDR nicht einmal das Wasser reichen können. Denn dort fand man, was heute schierer Luxus ist: Platz zwischen den Gebäuden! Notwendige Distanz, die die Intimität des Wohnens erst erlaubt. Heute: Fehlanzeige!

Wie jüngst ein Architekt, der sich aus dem Metier in den Ruhestand verabschiedete, meinte mit seinem durch Lebenserfahrung und Sarkasmus geprägt, dass auf Grund der räumlichen Enge der Bebauung wohl auch „noch verspiegelte Fenster zur Pflicht werden, um zumindest die Privatsphäre sichergestellt zu bekommen.“

In Zeiten von Mini- und Webcams sicherlich ein interessanter Aspekt des Zusammenlebens und des Miteinanders.

Eines allerdings, könnte Kreativität aus Zeiten der DDR wiederbeleben!

Es könnte doch noch ein Relikt der DDR-Epoche zum architektonischen Knaller werden und so etwas wie eine „kulturelle Wiedergeburt“ erleben: Die oft in Keramik gebrannten Bildnisse von Vögeln, Blumen oder lustig guckenden Maulwürfen, die Kindern im Vorschulalter halfen, im Häuser-Dschungel nach Hause zu finden. Neben der Haustür gut sichtbar angebracht, vermochten es die Dreijährigen zu sagen, dass sie „im Hamsterhaus“, im „Mäusehaus“, „Sonnenhaus“ oder „Vogelhaus“ wohnen.

Früher häufig mit viel Finesse gezeichnet und ansprechend in bunter Keramik gebrannt – zumindest ein Rest baulich-architektonischer Gestaltungsfreiheit im Zeichen der

neo-sozialistischen Energiewende-Architektur!

Aber, weder von Pionieren oder Komsomolzen freizugegeben, die teils als „ABV“ in Wohnblöcken für die Ordnung und die Transparenz des Miteinanders im Sinne und für den Staat dienten.

Ach ja, auch die von der Parteileitung vor Ort sichergestellten so genannten „Besucher-Bücher“ oder „Hausbücher“ in Wohnhäusern zu führen, die oft vom ABV „gepflegt“ wurden, waren ein Element der DDR-Philosophie des gemeinsamen Wohnens in der Platte. Heute abgelöst durch das Internet und jede Menge Apps und WLAN überall.

ALSO BITTE, BITTE ZUMINDEST EINEN FARBTUPFER VORSEHEN!

Er bricht gestalterisch die langweilige neo-sozialistische Wohnarchitektur der Energiewende, die manchen vielleicht in südliche Gestade führen, um dem irrationalen Monster der deutschen Energiewende erfolgreich und auf Dauer entfliehen zu können.

Ach ja, durch die Isothermie in den hochgedämmten neo-sozialistischen Plattenbauten des 21. Jhh. fehlt die natürliche Thermik, die durch den höhenabhängigen Temperaturgradienten für Bewegung in der Luft sorgt.

Ohne sie, so Mediziner, bedeutet die thermale Invarianz in modernen Plattenbauten wohl eine nicht dienliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System.

Aber, man kann auch mit der Luft Geld verdienen: in dem man bei großen Wohnanlagen Lüftungssysteme einbaut, die gewartet werden müssen und über die kalkulatorische Lebensdauer von 30 Jahren aus Sicht der Betriebswirtschaft zum Brocken werden.

Denn: hält man nicht die Wartungsvorgaben ein, so darf man dann nicht ausschließen, dass in den modernen Plattenbauten – thermisch wie in einem unterirdischen NATO-Bunker – die Luft verkeimt wird und Allergiker sich die Lunge auszuhusten vermögen…

Und, wenn, wie es schon im Wirtschaftsbereich zu lesen war, sogar daran gedacht wird, Fenster nicht mehr selbstbestimmt öffnen zu dürfen, muss man sich allen Ernstes fragen, ob somit eine architektonisch-baubiologische Folge der Energiewende ein Verstoß gegen die Grundrechte-Carta der UN bedeutet…?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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