STAWAG: politischer Strategiewechsel unvermeidbar! „Bei uns ist Energie günstiger … Sie sparen bis zu € 224,46“

aDer Rat der Stadt Aachen wird seine STAWAG-Politik massiv revidieren müssen, falls seine MitgliederInnen ebenfalls das Werbeschreiben eines Energieversorgers aus dem Süden in ihren Briefkästen vorfanden.

Man griff darin nämlich den Stromtarif der STAWAG mit der Bezeichnung StromSTA auf und vergliech ihn mit xem XXXXXXX StromRegio Aachen.

Bereits die Bezeichnung dieses Tarifs – der Name ist durch „X“ ersetzt worden – belegt, dass es sich hierbei nicht um ein kleines „energiepolitisches Scharmützel“ handelt, sondern um eine energiepolitische Kriegserklärung, um „Land zu erobern“, sprich, der STAWAG Kunden abzujagen, die Geldströme in den Süden umzuleiten.

Das führt zwingend dazu, dass – wie bei einem Flusssystem – die zuführenden Bäche der Kämmerei abgegraben und umgelenkt werden. Die wirtschaftliche Konsequenz ist nüchtern und hart: jeder verloren gegangene Kunde schmälert den „Cash-Flow“ des Unternehmens.

Schaut man sich den Zahlenvergleich an, so wird das unattraktive StawagStromSTA für einen Musterhaushalt mit 3.500 kWh p.a. mit € 1.050,96 beziffert, während die Elektrik-Kavallarie ein Übernahmeangebot von € 825,50 vorlegt.

Man muss sich diesen Fehdehandschuh ansehen, um seine massiven (unternehmenspolitischen) Risiken und Folgen für die Stadt Aachen vergegenwärtigen.

Bezogen auf jährlich abgenommene „Strommenge“ von 3.500 kWh sage und schreibe

€ 224,46 sparen zu können,

bedeutet für das Management der STAWAG und  in Bezug auf den nunmehr vorliegenden

Wettbewerbs-Marktpreis von € 825,50 nicht mehr wettbwerbsfähig

bleiben zu können – patriotischer Energiebezug hin oder her – weil eine Kostenreduktion für Haushalte von gerundet 25 % niemanden unberührt lassen kann. Da Strom immateriell ist, man ihn sich somit nicht in einem Bilderrahmen über die Wohnzimmer-Couch hängen kann, ist logisch, dass die Zahlen entscheiden werden.

Das Geschäftsmodell der STAWAG muss demzufolge sofort von dessen Aufsichtsrat und Vorstand auf den Prüfstein gelegt und an normale Marktbedingungen angepasst werden.

Denn, eine alte Kaufmannsregel besagt, dass stets der erste Verlust der niedrigste sei.

Auf den Strom bezogen heißt das, lieber bei den Kilowattstunden-Preisen die Kraft des Marktes zu akzeptieren und aufzuhören zu träumen, sich in einem

„magic energy wonderland Aachen, Germany“

zu wähnen, die Preise für die Kilowatt-Stunden so zu reduzieren, dass der Wechselwille gestoppt wird.

Sicherlich dürften die noch bei der Stange seienden Kunden der STAWAG bereit sein, für den Strombezug 1 Cent pro Kilowattstunde – quasi den Cent für das Aachener Vaterland – wohlwollend „draufzulegen“.

Nicht aber eine „on top“-Differenz – besser, den STAWAG-Aufschlag – von

sage und schreibe 6,04 CENT PRO KILOWATTSTUNDE

denn, wenn man die Kosten für Strom um rund ein Viertel zu senken vermag, indem man sich fünf Minuten hinsetzt, um den Vertragsanbieter zu wechseln, ist auf die Dauer gesehen, für die Konsumenten ein nicht auszuschlagendes Argument.

Für die Stadt Aachen und die STAWAG bedeutet die Angebotsaktion in letzter Konsequenz, den Aufsichtsrat der STAWAG zu einer unverzüglichen Aufsichtsratssitzung einzuberufen zu müssen!

Denn, wenn ein Marktakteur wie der aktuelle auftritt und Kunden abspenstig macht, dann muss damit gerechnet werden, dass weitere kommen und um die Kunden gebuhlt wird.

Denn – wirtschaftlich rational gedacht – liegt das Geld wie bei Dagobert Duck zum greifen Nahe unter der Straße:

Rechnet man – nur um eine Größenordnung zu haben, um zu wissen, wovon man redet – in der ersten Näherung von 10.000 Kunden, die das Musterbeispiel in Anspruch nähmen:

Cashflow-Reduktion:

10.000 Kunden à € 1.050,96 p.a. = 10.509.600,– p.a.

IN WORTEN: ÜBER ZEHNMILLIONEN EURO kalkulierter UMSATZVERLUST PRO JAHR!

grobkalkulatorische Ertragsreduktion gem. BAB sofort erkennen läßt.

Nimmt man die Differenz des Marktpreises als Umsatzverlust vor Steuern an, dann heißt das pro Jahr rund € 2.500.000,–, weniger in das Finanzsystem verteilen zu können. In Worten: 2,5 Millionen EURO pro 10.000 Kunden „kalkulatorischen Überschuss“ verlieren zu können.

Dieses Marktkorrektiv ist in Bezug auf das finanzielle Risikomanagement von Relevanz und, es zwingt dazu, das bestehende Geschäftsmodell mit seinen Abführungsvereinbarungen auf den Prüfstand stellen zu müssen.

Den Markt schlägt letztlich auch nicht die Bequemlichkeit oder Lokalpatriotismus, wenn man ein Viertel weniger Geld auszugeben hat.

Interessant wäre es übrigens auch durchzukalkulieren, wenn im Rahmen der Finanzleistungen der Sozialfürsorge der Zwang festgeschrieben würde, stets die günstigsten Marktanbieter einer Kommune als Versorger wählen zu müssen. Es würde die Sozialkassen in nicht unerheblichem Maße entlasten, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes implizit fördern.

 

 

 

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Ein Gedanke zu „STAWAG: politischer Strategiewechsel unvermeidbar! „Bei uns ist Energie günstiger … Sie sparen bis zu € 224,46“

  1. Das Schreiben lag tatsächlich heute ( 27.04.16) in meinem Briefkasten. Ich habe bereits vor einigen Jahren den Stromanbieter gewechselt. Zuerst zu einem nahen Konkurrenten und zuletzt auch in Süden. Ich unterstütze auch gerne regionale Unternehmen aus der Stadt Aachen, aber keine Abzocke. Sollte die STAWAG einen wettbewerbsfähigen Preis anbieten, wäre ich evtl. geneigt, wieder zurück zu wechseln. Aber dies wird in den nächsten Jahren sicher nicht passieren 😦

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