Bundesminister MAAS wird mit seiner „Mission Panama“ nicht den gewünschten Erfolg haben, denn

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alle stürzen sich derzeit wie die Möwen auf ein Schleppnetz mit Fischen hinter einem Trawler und denken,  dass nun endlich den Briefkastenfirmen ihr Todesstoß versetzt wird.

Auch wenn die Trockenlegung von Sümpfen unbestreitbar sinnvoll und erforderlich ist. Wenn man so etwas erreichen will, muß man zunächst die Fakten prüfen, bevor man predigt… Das Fachpersonal mit dem 2. Staatsexamen der Iurisprudenz ist auf jeden Fall im Ministerium – es braucht nur „un-politisch“ um eine Sachverhaltsdarlegung vom Ministerbüro gebeten werden… Vielleicht noch kollegial aus dem Wirtschafts- und dem Außenminsterium, die mit den jeweiligen Usanzen in anderen Staaten besser vertraut sind…

Bundesminister MAAS fordert also die Austrocknung und Maßnahmen, so etwas zu unterbinden. Es wird bei einer verhallenden Forderung bleiben, auch wenn ein paar Kleinstaaten hinreichend wirksam zu Erkenntnis gebracht, ihr Geschäftsmodell drangeben müssen.

Leider hat MAAS die Rechnung ohne seinen allergrößten Allierten gemacht, die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn die conditio sine qua non, um das Instrument der Briefkastenfirmen gem. dem zu ächtenden Geschäftsmodell der Anonymität tatsächlich wirkungsvoll zerstören zu können, muß Herr Bundesminister MAAS erst einmal in Wilmington, DELAWARE beim Gouverneur auf den Putz hauen und ihm vermitteln, dass er das Geschäftsmodell zu ächten hat… Dann müßte er noch die Abgeordneten des Staates davon überzeugen können, dass eine wesentliche geschäftliche Basis von weit über 100 Jahren Bestand, doch beim besten Willen nicht zukunftsträchtig sein kann. Moralin wird nur zum Schulterzucken führen, zu einem

„Sorry, Sir, we don´t care. Have a nice day!“.

Knocking on finance heaven´s door sieht eben doch anders aus, als man sich das so in Berlin mit den Mechanismen der Wirtschaft und des Finanzmarketes vorführt.

Er wird damit aber auf Granit beißen, weil nämlich das grundrechtliche Instiut dieser Art von Firmengründung und Firmenbetrieb ein Privileg Delawares ist, das aus seiner Gründungszeit stammt. Auch dort gibt es die von ihm kritisierten panamesischen Briefkastenfirmen.

Dieses Rechtsprivileg des US-Bundesstaates von dem weit entfernten Deutschland torpedieren und versenken zu wollen, wird eine schiere Illusion bleiben. Es könnte sogar so gehen, dass die Bestrebungen von Minister MAAS zur Standortförderung im Sinne von Unternehmenssitzen im Staate Delaware würde.

Denn, die USA sind unbestreitbar ein Rechtsstaat und die Bundesstaaten sind Teil dieses Rechtsstaates. Wenn nun das Rechtsinsititut anonymer Firmeneigentümerschaft quasi verfassungsrechtlich auf die Gründerväter Delawares zurückgehend, von Bundesberlin angefochten werden würde, würde dies mit Sicherheit zu einer blutigen Nase und einer politischen Blamage führen.

Denn: welcher US-Bundesstaat würde eine für ihn wesentliche Einkunftsquelle wegen eines Bundesministers in „good ole´ Germany“ drangeben, nur weil in Panama die Datenleiten etwas offenstanden?

Es geht sogar möglicherweise in der Systembetrachtung so weit, das auf Grund des Tatbestandes, dass es sich um einen Bundesstaat handelt, somit zwingend auch die rechtlichen Schutzmechanismen des US-Bundesrechtes griffen. Damit auch diejenigen, die in dem Bezug zur so genannten Datenintegriät auf dem Staatsterritorium stehen.

Im Vergleich zur Kanalrepublik Panama dürfte man davon ausgehen, dass in Delaware das Schild aufgehangen wird:

„No trespassing by foreign Secretaries of non-US Staates allowed. Violation may get…“

Und so könnte sich die kraftvolle Ansage von Bundesminister MAAS, den Briefkastenkonstrukten ohne Nennung der Eigentümerschaft das Wasser abzugraben, nichts weiter als eine Ankündigung bleiben, weil mutmaßlich das Finanzministerium des betreffenden Bundesstaates korrigierend anmerken würde:

„Sorry, Sir, we aren´t neither Panama nor Germany! We are a State of the Federation where your jurisdiction is a no brainer! We are not in your game!“

 Außenpolitisch sind das immer sehr interessante Auftritte, die Spuren hinterlassen…

 

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