Aachen: neues Verkehrskonzept im Gespräch

Bei der Verkehrsführung des Autoverkehrs könnte es in Aachen mittelfristig einscheidende Veränderungen geben. Und zwar laufen derzeit wohl bereits ernsthafte Orientierungsgespräche und Sondierungen darüber, ob und wie man das neu entwickelte und als „Coriolis-Konzept“ bezeichnete einführen könnte.

Hierbei handelt es sich  um einen verkehrstechnischen Ansatz insbesondere für alte Stadtstrukturen, deren Hauptverkehrswege dadurch gekennzeichnet sind, dass sie mittelalterliche Ringstraßen mit so genannten „Speichen-Straßen“ darstellen.

Der wesentliche Punkt ist, dass man auf die möglichst flächendeckende Ordnung von Einbahnstraßenführung setzt, die innerhalb eines Ringes greifen. Also, nur noch Einbahnstraßen. Wie beim Coriolis-Effekt, so herrscht dann auch eine maßgebene Drehorienterung für sämtliche Verkehrsführungen vor.

Am Beispiel der Neupforte / Hirschgraben / Templergraben ist das gut nachzuvollziehen. Die Neupforte würde nur noch in Richtung Hirschgraben befahrbar sein. Die Fahrzeuge, die zum Beispiel in das Parkhaus am Markt, das in der Mostardstraße in einer Sackgasse liegt, würde über die Pontstraße anfahrbar werden. Vom Hirschraben-Templergraben-Segment würde man also in beide Richtungen fahrend, in die Pontstraße einbiegen und dann an der Querung Neupforte nach links geführt werden. So würde der Parkhausverkehr in die Mostardstraße wie bisher gelenkt werden und über die Neupforte in Richtung Hirschgraben ausgeführt werden. Die Anwohner würden so einen geglätteten Verkehrsfluß mit weniger haltenden Fahrzeugen haben.

An diesem Beispiel lässt sich die verkehrstechnisch effiziente Gestaltung der Verkehrsführung vor allem in alten Städte im Sinne von Verkehrsfluß fördern. Analog der Betrachtung  des Segments fährt man fort: in Höhe Wüllnerstraße ginge es dann auch in Richtung Kockerillstraße und mit einem Linksdrall.

Bei einer ungeraden Anzahl von Speichenstraßen lässt sich in bestimmten Segmenten eine Rechtsdrehung gestalten, so dass der Verkehrsfluß auf Speichen stets in eine Richtung geht.

Städtebaulich bietet das übrigens Platz für bessere Fahrradwege, die dann – endlich – von den Bürgersteigen getrennt werden.

Aachen, 1.4.

 

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