STAWAG, Stromarmut und Quersubvention?

Immer mehr Menschen am unteren Ende der Einkommensskala müssen – oft ohne ihr Verschulden, da es keine gescheiten Arbeitsplätze gibt, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen oder durch „Hartz IV“ – jeden Cent umdrehen.

Sind sie z.B. Hartz IV-Empfänger, dann haben sie Strom und Gas selbst zu bezahlen. Nicht selten führt der seelisch beanspruchende Zustand, „in“ Hartz IV leben zu müssen dazu, dass Menschen überfordert sind.

Das kann dazu führen, dass sie nicht wissen oder bisweilen auch nicht mehr die Energie dazu aufbringen können, den Energieversorger zu wechseln.

Aber gerade für diese Gruppe von Menschen am unteren Ende der Einkommensskala ist es unerläßlich, ihren Energieversorger zu wechseln, da sie mehr netto verfügbares Geld für den Alltag haben.

Sehr häufig scheint es wohl so zu sein – dass aus welchen Gründen auch immer – die Treue zum kommunalen/öffentlichen Energieversorger beibehalten wird. Diese Treue kostet die Sozialschwachen aber unnötig Geld, weil nämlich durch die Liberalisierung und den damit möglich gewordenen Wechsel des Anbieters, tatsächlich deutlich weniger zu bezahlen wäre.

Das Finanzierungsmodell der Öffentlichen Hand hat aber den Schuß noch nicht gehört, dass es einen freien Anbietermarkt gibt. Wie gewohnt, werden z.B. kommunale Busunternehmen subventioniert. Nur, wenn der Cash-Flow absolut abnimmt, damit auch der „Überschuss“, der den Beziehern von Energie und allen anderen Kunden unnötigerweise ihr Geld aus der Tasche zieht, dann ist unausweichlich, dass der Geldstrom aus Zeiten des Kommunenmonpols versiegt.

Kurz: das Geschäftsmodell, kommunal-öffentliche Energieversorger als Milchkühe für infrastrukturelle Dienstleistungen zu nutzen, damit quasi ein bequeme „nicht-genannte-Steuer-aber-dennoch-eine-Steuer-zu-nennen“ zu betreiben, ist im Grund mausetot.

Im Sinne der Bürgerschaft, muss das gesamte System auf den Prüfstand und – so schmerzlich das auch für eine Kommune ist – gerade die Menschen, die auf staatliche Hilfen angewiesen sind, darauf zwingend hingewiesen werden, dass sie ihren Energieversorger wechseln können und sollten, so dass die Ärmsten unserer Gesellschaft nicht auch noch den Busverkehr finanzieren.

Weiter gedacht, ist dieses Modell der Quersubventionierung durch überhöhte Verkaufspreise an Endkunden mit Kleinabnahmemengen auch deswegen kontraproduktiv, weil die Energiearmut z.B. auch dazu führt, dass finanzielle Mittel von Kirchen im Sinne der caritas (als lat. Begriff; nicht als Institution!) zur Subventionierung eines veralteten, kommunalen Geschäftsmodells verwandt werden.

Denn, wenn jemand, der Hartz IV bekommt oder ander Zuwendungen staatlicher-/caritativerseits erhält, bedeuten diese einen „Wert“. Muss nun „Wert“ für überteuerte Energierechnungen zugesteuert werden, so ist dies im Sinne der Mittelverwendung nicht zielführend, kontraproduktiv und somit das Sozialsystem schädigend!

Das heißt, durch die Preispolitik der Öffentlichen Energieversorger auf dem freien Markt, verbunden mit Preisen für Energie über dem Marktpreis, wird somit ein „Aufschlag“ erhoben, der eine Subvention ist.

Und wenn auch noch die Menschen an dem untersten Ende der Einkommensskala auch noch zu diesem Subventionsmarathon monatlich beitrage – und wenn es vielleicht pro Monat nur € 10,– oder 20,– sind – dann heißt das, diese Subventionsmaschine Öffentliche Energieversorger muss generalüberholt und markfähig gemacht werden.

Denn: die Zeiten des Energiemonopols sind vorbei und damit auch durch die Funktion des Marktpreises auch, dass man diese Geldmaschine eben keinesfalls mehr als „Generator für indirekte Staatseinnahmen“ einsetzen kann.

Das Pferd, auf dem die Kommunen reiten, ist längst tot. Man versucht fiskal- und subventionspolitisch auf dem halbverwesten Rest eines Pferdes auf einer Trabrennbahn mithalten zu wollen. Ohne eine Chance von Erfolg – einzig durch Hoffnung(slosigkeit) getrieben.

ÖPNV ist sinnvoll und muss sein. Nur, bei den exorbitanten Preisen in Aachen und die vielen Flat-Rate-Nutzniesser-Gruppen in Verbindung mit dem antiquierten Geschäftsmodell, wird man in der Sackgasse enden und Defizit über Defizit schreiben.

Es wird höchste Eisenbahn, das Geschäftsmodell der Energieversorgung und des ÖNPV auf die Gegenwart umzustellen und mit der Quersubventionierung in jedweder Hinsicht endlich aufzuhören!!!

Man macht sich was vor, lebt in einer Illusion, alte Zeiten herbeizubeten…

 

 

Advertisements