TUSK: „Kommen Sie nicht nach Europa!“

Diese Aussage des EU-Ratspräsidenten zeugt davon, dass der EU das Wasser bis zum Halse steckt und man keine andere Chance mehr sieht, als vor der Reise nach Europa zu warnen.

Dies muß man implizit auch so werten, daß die EU in der absoluten Defensive ist, keinerlei Vorwärtsstrategie mehr besitzt und die Kräfte überspannt, somit nicht weiter zu überdehnen sind.

Für die Briten ist das wie eine Rauchsäule für den 23. Juni 2016, wenn das Volk darüber befindet, „in!“ oder „out!“ zur EU zu sagen.

Ungeachtet dessen, ist eigentlich alles schon europapolitisch in Scherben, weil es offensichtlich keinen Krisenverhandlungsmechanismus gegeben hat. Ansonsten wäre es nicht zum dem Drama gekommen, wie man das jetzt – höchst bedauerlich! – erleben muß.

Wie brutal weit die Schenkel der gesellschaftlichen Schere der EU auseinanderklaffen, wird an diesem, am 4.3. in der NZZ.ch erschienenen Artikel deutlich:

http://www.nzz.ch/international/billigarbeit-in-rumaenien-und-bulgarien-hungerloehne-in-osteuropas-kleiderkammer-ld.6075

Es zeigt mittelbar, dass die Konstruktion der EU auf Basis von Annahmen gebildet worden ist, die letztlich viel zu heterogen sind, um einen atmenden Wirtschaftsraum zu ermöglichen.

In der Nähe des Schwarzen Meers über die Runden kommen zu können, ist mittlerweile so etwas wie eine Expedition in das Ungewisse. An der Außengrenze der EU in solchen Umständen leben zu müssen – mit Würde und einem mindestmaß an Stolz, das eigene Leben zu meistern – ist dort schier unmöglich.

Dass sich die Staaten des Balkans abschotten, ist von der nüchternen Logik her nichts weiter wie ein Hilferuf. Einer, der wohl auch etwas verklausuliert von EU-Ratspräsidenten ausgestoßen worden ist, weil Europa das politische Wasser – ungeachtet der Frage der Flüchtlingssituation – derart bis zum Halse steht und man sich wohl mehr oder weniger vor dem politischen Untergang, auch dem Zerbröseln der EU und ihren wunderbaren Idealen gegenübergestellt sieht.

 

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