Was würden Sie sagen, lebten Sie in Großbritannien? Die Steilvorlage ohne Torwart für den BREXIT

Die immer rasanter ansteigende Dynamik der staatlichen Maßnahmen von Griechenland bis an den Ärmelkanal lassen beführchten, dass durch das, was geschieht, die ultimative Steilvorlage für den BREXIT gelegt wird.

Versetzt man sich einmal in die Position eines Aussenstehenden, schaut darauf, was wie wann und wo geschieht – man zieht intuitiv Schlüsse. Egal, ob sie relativ objektiv oder subjektiv sind. Dies wiederum konsolidiert sich zu dem, was man politologisch als Stimmung umschreibt. Für die Stimmung in Deutschland, wird der in Kürze anstehende Wahltag in drei Bundesländern ein Fieberthermometer sein.

Für den internationaleren Blick und das Empfinden, genügt der heutige Blick nach Österreich und den Balkan, den früheren Hinterhof Wiens:

http://derstandard.at/2000032176526/Kurz-Auch-mit-EU-Loesung-braucht-es-Polizeigewalt-gegen-Fluechtlinge

Man sollte sich transpositiv in die Lage eines Briten versetzen. Vom Jagdsitz der Insel aus wird seit Monaten mit sowieso gegebenem Mißtrauen beobachtet, was in der EU „abgeht“. Unwillkürlich die Frage: „wie geht das weiter?“. „Was werden die Folgen für UK sein?“. Der Defensivmodus dürfte bereits eingeschaltet sein. Und, man darf davon ausgehen, dass der Ausgang der Landtagswahlen in Deutschland mit sehr, sehr viel Aufmerksamkeit international und speziell in UK begleitet werden wird.

Bei sämtlichen politischen Entscheidungen in Europa scheint aber die Betrachtung der so genannten „MASLOW-Pyramide“, mit der man die Sichtweise und das Verhalten von Menschen in ihren Bedürfniskontext zu setzen vermag, ausgeblendet zu haben.

Von der obersten Spitze, dem tatsächlichen Erhalt des eigenen Lebens bis zum überflüssigen Luxus figuriert die Pyramide. Also: je nach individueller Situation gestaltet sich das individuelle Verhalten. Mal stärker, mal schwächer – eine Frage der persönlichen Disposition wie auch Erfahrungen im Verlauf des Lebens. Die Aachener Weisheit „jeder Jeck ist anders“, läßt sich auf sämtliche Ebenen übertragen.

Auch auf Staaten kann man die MASLOW-Pyramide übertragen: wo steht der Staat, wie steht er da, wie sieht es im Inneren mit der Befindlichkeit und dem realen Handlungsrahmen aus? Kurzfristig wie auch langfristig?

Hier mag vielleicht ein Indikator die Gestaltung des Mindestlohnes in den unterschiedlichen Ländern dabei helfen, sich der Frage des Wohlstands und der Situation im jeweiligen Lande etwas zu nähern.

In Bulgarien und Rumänien Stundenlöhne von unter € 2,00, in Ungarn von Löhnen von ca. € 2,00 über € 4,00 in Spanien, den besagten € 8,50 in Deutschland und letztlich Luxemburg mit € 11,00 wird deutlich, welche staatlichen Lebensrealitäten gegeben sind.

Koppelt man nun die Dimension der Mindestlöhne in Abhängigkeit des Landes mit der der gesellschaftlich-allgemeinen Situation und daraus folgend den elementaren Erfordernissen des Regierens in den einzelnen Ländern, so läßt sich erahnen, dass die Idee MERKELs wohl kaum umgesetzt werden wird. Auch, wenn man MASLOW auf das Verhalten der existenziell bedrohten Flüchtlinge bedenkt.

Frankreich mit annähernd € 10,00 Mindestlohn aber einer Arbeitslosigkeit, die auf Deutschland in der Bevölkerungszahl bezogen, bei rund sieben Millionen – grobkalkulatorisch – läge, wird deutlich, dass auch diese Kennziffer als nicht „hinreichend“ zu umschreiben ist, sondern in höchstem Maße die Stimmung im jeweiligen Lande. Die Sozialistische Partei Frankreichs ist gerade fulminant dabei sich aufzuspalten, somit eine Regierungskrise in der Luft hängen zu haben. Als Präsident des Landes, wird man die innenpolitischen Zügel straff halten müssen, um auch in der PS ein Auseinanderdriften möglichst zum Stillstand zu bringen. Eine Umkehr ist eher unwahrscheinlich.

Und genau das – extern – zu fordern, dass sich Regierungen in etwas „angespannterer wirtschaftllicherer Situation“, um es mal höflich zu umschreiben, damit konfrontiert sehen müssen, den EU-Schlüssel für die Übernahme von Flüchtlingen zu erfüllen, ist dann auch von innenpolitischer Dimension, die zwingend niedriger priorisiert werden wird…

Wobei man also auch hier wieder auf der MASLOW-Pyramide hinaufgekraxelt ist. Denn im Zweifelsfalle wird sich jede Regierung, wenn es um „a“ oder „b“ geht, dafür entscheiden, die Situation im eigenen Lande nicht zu gefährden. Auch, wenn eine Regierung eigentlich „anders empfindet“, aber im Sinne der politischen Risikoanalyse die Folgen im Lande abschätzt, die sie durch von außen induzierte Einflüsse, sprich die von Deutschland und der EU und dann à la MASLOW sagt:

„Wir sehen und verstehen. Aber, das Hemd ist uns näher als der Rock!“. Dies auch erkennbar – man wird es an den Stimmungswahlen in den drei Bundesländern Deutschlands im Lande merken, wie sich bereits Landesregierungen davor fürchten, dass unseelige Extrempositionen vom Wahlvolk qua Wahl in das Staatswesen schleichen. Die Wahlen werden außen- und damit europapolitisch von nicht geringer Bedeutung sein, die auch nicht ausschließen lassen, dass sich Regierungen anderer Staaten an ihre Revision des Standpunktes begeben werden.

Also, weitergedacht: Lieber den status quo des Suboptimalen beibehaltend, jedes Risiko von nationalen Neuwahlen vermeiden, somit Richtung MERKEL und JUNCKER „Sorry, but we must say ´no!´ to you!“, um nicht noch mehr in die politische Tinte abtauchen zu müssen, die gerade in Zeiten von Umbrüchen auch noch die Bildung von Regierungen noch diffiziler werden lassen.

So muss man also davon ausgehen, dass Kanzlerin Merkel letztlich mehr oder minder höflich mit ihrem Plan selbst zu Lösung zu gelangen hat. Das heißt alleine!

Sie also mit hoher Wahrscheinlichkeit im Regen stehenbleiben wird, weil andere Regierungen ihre im politischem Galopp auf holprigen Wegen rasenden Gespanne vor dem eigenen Achsbruch zu retten haben und den Teufel tun werden, ihr innenpolitisches Risiko weiter zu vergrößern, nur weil von externer Seite die Forderung postuliert worden ist und aufrecht erhalten wird.

Auch die protestantische, mitteldeutsche Denkweise und Seelenhaltung im deutschen Staatswesen scheint bisweilen quer über das Spektrum Züge des Calvinismus zu entwicklen… Man bedenke Luther und die Freudigkeit des Diskurs´, der im Wesen steckt!

 

 

 

 

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