Dividendenstreichung bei RWE und die Kommunen = selbst Schuld!

Nun, nachdem der Aufsichtsrat des RWE, eine so genannte „Organschaft“ der Aktiengesellschaft entschieden hat, die Dividenden zu streichen, ist bei nicht wenigen Kommunen das Zähneklappern angesagt.

Klar, es tut weh, wenn auf einmal im Säckel die Millionen fehlen.

Nur, das ist nichts weiter als die Quittung für die Öffentliche Hand – die selbst im Aufsichtsrat vertreten ist [!!!] und somit mitgestimmt hat – dafür, dass sie in den letzten Jahren den Umbau des RWE aktiv gefordert und daran mitgewirkt haben.

Man muss sagen: „Mitgehangen, mitgefangen!“.

Wundern braucht man sich aber auch nicht über das jetzige Desaster zu Lasten der Bürgerschaft. Denn, wenn z.B. der Kämmerer von Essen – wie auch andere nicht unbekannte Bedienstete der Öffentlichen Hand Ähnliches teuer zu Wege brachten – jüngst jammerte, bei seinen Währungs-basierten Geschäften auf Franken-Basis massive Geldverluste verursacht zu haben, so etwas nicht zu wissen, dann ist klar: es fehlt unbestreitbar die Fachkompetenz in Bezug auf das Finanzmanagement.

Die falschen Leute am falschen Platz und das Verlieren ist die sichere Sache, auf die man wetten kann.

Zurück zum RWE: die Öffentliche Hand hat selbst darauf – absolut politisch getrieben – gedrängt, das Kraftwerksgeschäft und damit das Portfolio der Energieerzeugung umzustrukturieren.

Nun ist ihren Intentionen entsprechend umstrukturiert worden und sie stehen vor nichts weiterem, als dem von ihren Vertretern im Aufsichtsrat zu vertretenden Entscheidungen.

Hätten die Mitglieder im AR von der Öffentlichen Hand ihre Amtsfunktion – die eine AUFSICHTSFUNKTION mit HAFTUNGSRISIKO ist – in dieser Organschaft mit der notwendigen politischen Sorgfaltspflicht erfüllt, dann hätten sie höchst wahrscheinlich von ihrem opportunistischen Forderungsverhalten Abstand genommen.

Denn eines ist klar: wenn ein Energiekonzern Kraftwerkskapazitäten stilllegt, dann muß er im Sinne der Netzsicherheit sicherstellen, dass das Defizit ausgegelichen wird.

So unangenehm auch Kohlekraftwerke sind, wenn 1 GW aus dem Netz genommen wird, dann muss das auch wieder wo anders herkommen. Diese Großkraftwerke sind die Admiralität des Netzbetriebs, denn sie geben die erforderliche Stabilität.

Die ist erforderlich, damit die Netzfrequenz zwingend = ausnahmslos bei einer Frequenz von 50Hz +/- 2 mHz dauerhaft sichergestellt wird. Geht die Schwankunsbreite über die 2 Milli-Hertz-Bandbreite, können Destabilisierungen zu Ausfällen führen.

Nun, was die Damen und Herren der Öffentlichen Hand auch übersehen haben, was aber eine Selbstverständlichkeit ist, das ist der Umstand, dass man ein weiterhin zu betreibendes Kraftwerk in Betrieb halten muß. Hierfür – was in den entsprechenden Unterlagen für jeden Organschaftsvertreter qua Amt einsehbar ist !!! – muß man über den Daumen gepeilt, eine Stammbesatzung von 200 bis 250 Menschen vorhalten. Ohne die, wird der Betrieb selbst unsicher!

Auch schließen immer mehr Produktionsbetriebe aus dem Kraftwerkssektor und Unternehmensteile werden von asiatischen Firmen mit Kusshand wegen der Konstruktionen  zum Schnäppchenpreis gekauft, um später Kasse zu machen.

Das wird geschehen, denn, wenn Hardware defekt ist, muss sie zwingend ersetzt werden. Und wenn ein Stillstandsrisiko existiert, wird letztlich jeder Preis gezahlt werden.

Ein super Geschäft!

Damit aber noch immer nicht genug aus dem Hause Hiob!

Denn, der Dominoeffekt des Abbaus von Kraftwerkskapazitäten sorgt in der Zulieferwirtschaft in der Region dazu, dass viele Betriebe einfach nicht mehr überleben können, weil die Aufträge fehlen. Die Folge wird sein, dass die Politik sich vielleicht darauf einrichten sollte, dass zwischen 5.000 und 10.000 vornehmlich gewerbliche Arbeitsplätze wegfallen werden.

Und, dass man nicht der Illusion erliegen sollte, dass man schon adäquate Ersatzarbeitsplätze mit vergleichbarem Lohnniveau hinbekäme.

Die globale Welt ist so dynamisch, dass von einem auf das nächste Jahr die Karten neu gemischt werden.

Und, wenn eine Kommune oder eine Region den Bogen finanziell überspannen, dann ist klar, dass man zum Beispiel direkt in die Niederlande geht, weil dort das Kaufmannsdenken das Wirtschaftshandeln unterstützt.

Und eben nicht das Verwaltungsdenken Einfluß auf die Wirtschaft nimmt.

Ein Indikator für die Qualität und Qualifikation der Politik in Kommunen und Regionen sind die Arbeitslosenquote, die erwirtschaftete Wirtschaftleistung, die Sozialausgaben und weitere Sozialkennziffern.

Und wenn man als Kommune sowieso schon angeschlagen  ist,  werden sich Unternehmen lieber auf die sichere Seite begeben und auf wahrscheinlich höhere wirtschaftliche Sicherheit setzen.

Tja, der Schuß in Sachen RWE, der ist vollends und politisch fulminant zum Schuss ins eigene Knie geworden. Im Gegensatz zur Orthopädie, gibt es allerdings hierfür keine Prothesen und das wirtschaftspolitische Leiden könnte noch mehr zur (sozial)politischen Qual werden.

Tja, man hat ja die Möglichkeit, in die Organschaften Menschen zu entsenden, die vollends und voll kompetent im Sachgeschäft verankert sind.

Jammern gilt nicht, sondern nur „ERTRAGEN!“ – so schmerzvoll das nun sein wird. Denn, ein Zurück gibt es nicht mehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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