Europa: es ist einem längst Angst und Bange

Wenn man die internationale Presse durch die EU hinweg liest – Möglichkeiten, dieses über das Internet zu tun und die anerkannten, somit unbestrittenen Tageszeitungen aufzurufen gibt es genügend – steht man fassungslos vor der internationalen Nachrichtenlage, die einen viel eher in Sorge, denn in Zuversicht wiegt.

Das was in Deutschland kommuniziert wird, wird eben aus der inländischen Perspektive heraus gesehen.

Was aus der nicht-deutschen Medienwelt kommt, das darf man als international und heterogen bezeichnen. Eine Reise durch das Internet lohnt. Il Tempo, El Pais, Le Figaro, Le Monde, Guardian, Huffington Post, het volkskrant, grenzecho usw.

Deutschsprachig, international und gut zugängig ist die http://www.NZZ.ch, sie publiziert nicht wenige ausführliche Artikel ohne Pay-Wall.

http://www.nzz.ch/international/die-rueckkehr-des-grexit-gespensts-1.18684354

http://www.nzz.ch/international/schweden-will-bis-zu-80000-abgelehnte-asylbewerber-abschieben-1.18685280

In die Augen und das Herz sticht der Artikel „Drastische Vorschläge zur Flüchtlingskrise – Belgien für Internierungslager in Griechenland“. Man habe sich „für den Bau von Internierungslagern für bis zu 300.000 Migranten in Griechenland ausgesprochen.“

Einer der mutmaßlichen Beweggründe sei, Griechenland damit aus der Schengenzone zu drängen. Die ist, wenn man nüchtern bilanziert, sowieso schon strukturell „Geschichte“, weil auf Basis der Schacherei bereits im Grunde jeder Staat „Schwarzer Peter“ spielt.

Im Umkehrschluß bleibt dann nur noch die Erkenntnis, dass Schengen bereits heute konsequenterweise abzuhaken ist, weil bereits die Intention und das Bestreben, nationale Limite zu setzen, zwingend zu Umverteilungen führen wird.

Da wegen der einsamen Entscheidung der deutschen Bundeskanzlerin Angela MERKEL, die Grenzen seinerzeit freizugeben – ohne Konsultationen mit Brüssel und anderen Staaten – , so ist es geradezu naiv oder vielleicht sogar besser unehrlich, davon ernsthaft ausgehen zu wollen, dass man, nachdem Europa in einem unkontrollierten, reagierenden Modus des Umgangs mit Flüchtlingen gefangen ist, eine angemessene Verteilung auch nur ansatzweise durchzusetzen vermag.

So dürfte das Motto als Konsequenz des chaotischen Staatshandelns quer durch Europa sein: „Rette sich, wer kann!“. Und das führt unweigerlich zu dem Staatsverhalten, die Ellebogen auszufahren und sie politisch einzusetzen.

Und irgenwann wird aus dem (noch) freundschaftlichen Verteilungsgerangele Ernst und Widerstand, der unweigerlich zur Abschottung führt – Vertrauen futsch! Zukunft futsch! Standort futsch!

Denn, die chaotische Vorgehensweise wird in aller Welt mit Argusaugen beobachtet und man mißt an diesen Beobachtungen auch die Qualität des Staatshandelns in der Bundesrepublik Deutschland wie auch der Europäischen Union sowie Europas an sich.

Transkontinental auf Gesamteuropa aus dem All geschaut – quasi auf das politische Geschehen als Ganzes und mit flackernden Lichtlein blinkend blickend – wirkt Europa dann wie eine Diskothek in der 2. Hälfte der 1970 Jahre um Mitternacht: Alle sind auf Betriebstemperatur, eingepegelt und die Musik an Lichtstrahler gekoppelt, wird durch Spiegel und schrill-farbene Lichtorgeln in den Party-Raum gebeamed, dass eine regelrechte Trance einsetzt. Eine Trance, die nichts mit der Realität zu tun hat, sondern Empfindungen und Stimmungen.

Für das Staatswesen heißt das, um den „migratorischen Disko-Effekt“ zum Stoppen zu bringen, ehrlich, schonungslos und offen zu kommunizieren. Zeitnah. Dem Gerücht darf kein Vorsprung gegeben werden.

Allerdings bleibt man pessimistisch, da die Erfahrungen der letzten acht Wochen eine andere Sprache sprechen. Durch das Synonym

„Köln Silvester 2016“.

Sicherlich darf man sagen, dass sich die Stadt Köln stellvertretend für andere Städte, Bundesländer, die Bundesrepublik Deutschland, Europa und den Rest der Welt, seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Zukunft gesichert hat.

Verschüttetes Wasser kann man niemals mehr vollständig in den Krug bekommen…

Angefangen werden muß auf der kommunalen Ebene, auf der auf Basis von Kooperation auf Augenhöhe zwischen Bevölkerung und Stadt, was einzig die breite Akzeptanz steigert und für uneingeschränkte Transparenz sorgen kann.

Sonst bekommt das Verb (sich) sorgen eine negative Bedeutung…

Bewerten Sie bitte einmal für sich selbst mit einer Schulnote die Stadt Aachen, die StädteRegion Aachen, NRW, Deutschland und Europa. Dann fragen Sie sich, wie wirkte genau dieser Blick von oben auf Sie…?

 

 

 

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