Ca. 15 Mio. Euro für Fahrradschnellweg in Städteregion – Wer bitte rettet uns vor dieser Landesregierung und auch der Städteregion Aachen?

Kurze Rechenübung zuvor: 1 km lang, 6 m breit = 6.000 m² Asphalt pro Kilometer Radweg. 15 km = 90.000 m² = 9 Hektare Fläche, die Grün-Schwarz versiegelt werden würden. Das nennt man ökologischen Aufbruch West!

Rechnet man bei der Breite von 6m mit so vielen Radfahrern? Oder, geht man davon aus, dass alle freudetrunken wie politisch besoffen Schlangenlinien fahren? Mutmaßlich hat keiner derjenigen – außerhalb von Fototerminen – die die Idee vorantreiben mit dem Bobbes auf einem Fahrradsattel gesessen, geschweige denn mal 50 km mit Freunden gefahren. Nun ja, die fahrradfahrenden Freunde biegen dann auch lieber nicht auf diesen „highway to yell!“ ein…

Wenn sich mehrere leidenschaftliche FahrradfahrerInnen in Leserbriefen über den Bau eines asphaltierten „Fahrradschnellweges“ von 6 Metern Breite [sic!] beschweren, der im ersten geplanten Schritt von Herzogenrath nach Aachen führt und unter anderem auch den Bau einer Brücke bedingt, dann demonstriert das, dass da maßgebliche Leute wieder etwas eingerührt haben, die höchstwahrscheinlich in ihrer sehr geräumigen Dienst-Limousine der in der Autoindustrie klassifizierten „gehobenen Luxusklasse“ mit Chauffeur auf Abruf kutschiert werden. Ein Fingerschnipp und die aufgewärmte oder im Sommer gekühlte Limousine steht bequem vor der Tür. Die Tür vom besoldeten Chauffeur kommod aufgehalten und dann leise geschlossen. Nur noch das Einsteigen muß höchstpersönlich bewerkstelligt werden.

Es scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten, dass der „Adel des 21. Jahrhunderts“ tatschlich zu wissen meint, was das Volk braucht! Beziehungsweise oktryoiert, was gut für´s Volk sein muss.

Dem Volk zuzuhören und das im Rahmen des domokratischen Auftrags zu tun was sinnvoll ist und vom Volk mit Überzeugung vertreten wird, das ist vielfach nicht auf der Liste der „hidden Agenda“ so mancher Politmandarine und Politmandarininnen notiert. Weil es nicht ins Zeug paßt. Dort zählt das persönliche Fortkommen im Rahmen einer arg die Verhaltensweise konditionierenden Hackordnung – „nur die Harten kommen in den Garten!“ und es braucht viele politische Bienchen, die artig für die politische Honigproduktion benötigt werden und die in den Glauben gesetzt werden, tatsächlich etwas zu bewegen, was außerhalb der „Polit-Logistik“ liegt.

Wasser predigen, mit Champus gurgeln scheint Element auch der semi-demokratischen Machtstrukturen zu sein. Absolut passend zu TACITUS in „de germania“ von dem man meint, er träfe noch immer zu:

GERMANI FINGUNT ET CREDUNT

Die höchst erfolgreichen Bürgerbegehren in Aachen gegen das Bauhaus, gegen die Campusbahn und für die Einführung der Umweltzone belegen aber, dass das Volk nicht mehr so obrigkeitsgläubig ist. Anders ausgedrückt, man meint weiterhin, gegen das Volk politoadministrativ zu handeln.

Wer sich die teils schwachsinnigen Fahrradweggestaltungen in Aachen anschaut und diese mit einem modernen, aber nicht elektrischen Fahrrad befährt, sagt sich lieber:

„Lieber auf die Straße“!

 

Werbeanzeigen